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Kamp-Lintfort
Studenten illuminieren das Bergwerk West

Kamp-Lintfort. Für die Beleuchtung des alten Schalthauses hat die Hochschule Rhein-Waal bereits Fördermittel in Höhe von 40 000 Euro eingeworben. Von Anja Katzke

Im Schalthaus befindet sich die Hauptstromversorgung des Bergwerks West. Wenn die elektrischen Anlagen Ende des Jahres endgültig abgeschaltet werden, dann übernehmen die Studenten der Hochschule Rhein-Waal in dem Gebäude das Zepter. Bis Anfang 2014 wollen sie die haushohe Fensterfront des Schalthauses, das sich vis à vis zur Innenstadt befindet, illuminieren – als ein Zeichen dafür, dass es auf der stillgelegten Zeche weitergehen wird.

"Kamp-Lintfort leuchtet" heißt das Studienprojekt an der Fakultät Kommunikation und Umwelt, das Kunst, Informatik und Technik in einen Dialog bringen will. Fördermittel in Höhe von 40 000 Euro sind bereits eingeworben, weitere Sponsoren werden gesucht: "Mit den Fördermitteln können wir im nächsten Jahr 126 der 300 Fenster beleuchten", betonte gestern Professor Carsten Nebe bei der Vorstellung in der Lehrwerkstatt der Hochschule auf dem Zechengelände. Die Idee, Teile des Bergwerks zu illuminieren, entstand im Rahmen der Arenen, zu denen die Stadt Kamp-Lintfort im vergangenen Jahr eingeladen hatte, um mit den Bürgern die Zukunft auf dem 40 Hektar großen Gelände zu diskutieren.

Die Hochschule nahm sich des Themas an. Die Wahl fiel auf das Schalthaus, weil es sich der City zuwendet. Die Fensterfront zeigt nach Norden, so dass die Illuminierung zum Dialog zwischen Bergwerk und Innenstadt führt. "Das Gebäude soll von innen heraus beleuchtet werden", erläuterte Nebe den Plan. Die Studenten haben bereits erste Tests und Experimente durchgeführt. Es sollen Bühnenschweinwerfer mit LED- zum Einsatz kommen, die das komplette Farbspektrum abdecken.

Geplant ist eine interaktive Illumination als Kunstinstallation. "Die Beleuchtung kann zum Beispiel mit Hilfe von Sensoren auf Passanten reagieren", erklärte Carsten Nebe, Professor für Informatik. Die Bürger sollen aber auch selbst künstlerisch aktiv werden und die Beleuchtung übers Handy verändern und steuern können", fügte Ido Iurgel, Professor für Medieninformatik, hinzu.

Die Fensterfront des Schalthauses könnte so auch zum Bildschirm für Spiele über das Handy werden. Das Bergwerk West schaltet den Betrieb im Schalthaus zwar erst Ende des Jahres ab, die Studenten wollen aber mit Beginn des Wintersemesters starten und sich mit Themen wie interaktive Kunst, Hardware, Sensorik und Mikroprozessoren beschäftigen. Über das ZDI in Kamp-Lintfort werden die Schulen ins Boot geholt.

Die Eröffnung der Lichtinstallation ist für Februar geplant. Bis dahin werden ein Web-Auftritt entwickelt und Künstler-Workshops vorbereitet. 2015 könnte ein Art-Festival stattfinden. Hermann Timmerhaus von der RAG Montan Immobilien GmbH, begrüßte die Idee: "Das Zechengelände braucht ein gutes Image, um zu zeigen, dass hier etwas Neues entsteht."

Quelle: RP
 
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