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Rheurdt/Neukirchen
"Tag der Pflege": Als Spätberufene in den Job

Rheurdt/Neukirchen. Brigitte Melzer (58) hat vor einigen Jahren den Mut zu einer neuen Ausbildung gefunden. Heute ist sie als Altenpflegerin regelmäßig in Rheurdt, Schaephuysen und Hochkamer unterwegs.

Mit Mitte 50 noch einmal eine Ausbildung zu beginnen, ist selten. Brigitte Melzer (58) hat den Schritt vor vier Jahren gewagt. Noch heute ist die gelernte Bekleidungsschneiderin, die im Oktober 2015 die Examensprüfung zur Altenpflegerin ablegte, stolz auf ihre Entscheidung. Zum "Internationalen Tag der Pflege" am 12. Mai möchte sie andere Menschen ermuntern, diesen Schritt ebenfalls zu gehen.

Brigitte Melzer arbeitet heute als Fachkraft in der ambulanten Pflege der Diakoniestation Neukirchen-Vluyn. Schon 1995, als der Betrieb, in dem sie als Schneiderin gearbeitet hatte, schloss, begann die Mutter zweier Kinder als Altenpflegehelferin in der Diakoniestation zu arbeiten. Da ihr der Beruf zusagte, nahm sie das Angebot der Bundesanstalt für Arbeit wahr, sich in dieser Richtung weiterzuqualifizieren.

Dreieinhalb Jahre besuchte Brigitte Melzer berufsbegleitend eine Klasse des Altenpflegeseminars der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf als älteste Schülerin, und absolvierte den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Seniorenzentrum Matthias-Jorissen-Haus in Neukirchen-Vluyn. In der ambulanten Pflege bei der Diakoniestation, deren 30 Mitarbeiter rund 160 Patienten versorgen, gefällt es der 58-jährigen gut. "Da kommt so viel zurück", sagt sie.

Um sechs Uhr beginnt der Arbeitstag. 13 Patientinnen und Patienten aus Hochkamer, Rheurdt und Schaephuysen. besucht die 58-jährige bis zum Mittag. Die meisten von ihnen leben allein und freuen sich über ihren täglichen Besuch. Manchmal wünscht sich Brigitte Melzer etwas mehr Zeit für die alten Menschen. "Sie haben ja so viel erlebt in ihrem langen Leben und entsprechend viel zu erzählen. Da höre ich immer gerne zu."

Die körperliche Anstrengung, die mit dem Beruf verbunden ist, ist für Brigitte Melzer nach ein paar Monaten zur Routine geworden. Der Umgang mit alten Menschen hat ihr sogar geholfen: "Früher war ich eher zurückhaltend, jetzt kann ich viel offener auf Menschen zugehen." Die 58-Jährige empfiehlt ihren Beruf unbedingt weiter, denn auch als Spätberufene habe sie ihre Erfüllung gefunden.

(jam)
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