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Moers
Verein stellt Ausbildung von Rettungshunden vor

Moers: Verein stellt Ausbildung von Rettungshunden vor
Marcus Olfen stellt mit Australian Shepherd Jimmy im Grafschafter Musenhof das Gerätetraining vor. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Grafschafter Museum hat anlässlich der "Haustier-Ausstellung" eine Rettungshundestaffel in den Musenhof eingeladen. Von Anna-Lina Heimrath

Wenn Marcus Olfen mit seinem Hund Jimmy trainiert, dann reichen die üblichen Kommandos wie "Sitz" und "Platz" nicht mehr aus. Viel lieber rennt Jimmy über bewegliche Untergründe, läuft auf einer Riesenwippe oder "übt" mit seiner Nase. Denn Jimmy, der dreijährige Australian Shepard, ist angehender Rettungshund und hört aufs Wort. Bei einer Vorführung im Musenhof konnten sich die Besucher des Grafschafter Museums am Samstag näher über Rettungshunde, ihre Ausbildung und ihre Aufgaben informieren.

Seit einem halben Jahr trainieren Hund und Herrchen Olfen bereits, um nach der jahrelangen Ausbildung bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen. Als Marcus Olfen und seine Freundin sich Hund Jimmy angeschafft haben, hatten sie ganz andere Pläne. Eigentlich sollte Hund Jimmy als Reitbegleitung dienen. Doch nach einem Schnuppertraining beim Deutschen Rettungshundeverein Niederrhein haben die beiden Feuer gefangen und die Pläne verworfen. Dass hinter der Ausbildung viel harte Arbeit steckt, war Olfen bewusst. "Das Training ist sehr zeitintensiv und erfordert viel Konzentration von Hund und Besitzer", erklärt Marcus Olfen. Zweimal die Woche ist er mindestens mit seinem Hund bei den dreistündigen Trainings der Rettungshundestaffel dabei. Wichtig ist vor allem, dass der Hund das Training als Spaß empfindet und nicht als Arbeit, berichtet er.

Die Hunde werden mit einer so genannten positiven Verstärkung trainiert, also immer, wenn Jimmy etwas gut macht, wird er in Form von Leckerlis belohnt. Auch Hans-Werner Scharafinski arbeitet nach diesem Prinzip mit seiner Hündin Jana. Scharafinski und Hündin Jana bereiten sich gerade auf ihre Vorprüfung vor, die bald ansteht. Die Weimeraner-Hündin soll später für das so genannte "Mantrailing" eingesetzt werden. Der Mantrailer sucht, anders als der Flächensuchhund, immer eine ganz bestimmte Person. Alleine anhand von Geruchspartikeln kann der Hund selbst nach einigen Tagen noch die Spur aufnehmen und verfolgen. Dafür reicht ein Händedruck mit einer anderen Person aus. Denn jeder Mensch hat seine eigene Hautflora, die der Hund erschnuppern und im besten Fall verfolgen kann. Für Hans-Werner Scharafinski und Hündin Jana ist die Ausbildung als Rettungshund der perfekte Ausgleich zum Alltag. Scharafinski ist pensionierter Chef der Neurologie und will auch nach seiner Pensionierung Menschenleben retten. "Mit der Ausbildung habe ich angefangen, um weiter beschäftigt und in Bewegung zu bleiben", erklärt er. Auch für Hündin Jana ist das Training perfekt, um sich auszupowern. "Nach dem Training ist der Hund ausgelastet. Spazieren gehen alleine reicht für so einen Hund nicht aus", erklärt Werner Scharafinski.

Ganze drei Jahre kann die Ausbildung als Rettungshund dauern. Grundsätzlich könne jeder Hund als Rettungshund ausgebildet werden, erklärt Trainer Senad Alic. Er arbeitet seit vielen Jahren als Hundetrainer und präsentiert stolz am Samstag im Musenhof im Rahmen der aktuell laufenden Ausstellung "Haustiere Lieb und Lecker" im Grafschafter Museum seine Mannschaft. Die einzige Voraussetzung für die Arbeit als Rettungshund sei, dass der Hund nicht aggressiv ist. "Mit einer Wesensprüfung stellen wir deswegen fest, ob der Hund selbst in stressigen Situationen ruhig bleibt", sagt Alic.

Quelle: RP
 
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