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Krnakenhaus in Nettetal
Blutkonserven sind in Nettetal fast überflüssig

Krnakenhaus in Nettetal: Blutkonserven sind in Nettetal fast überflüssig
Es werden nur noch wenige Blutkonserven für Notfälle vorgehalten. Oberarzt Jochen Post ist stolz darauf, wie viel Blut und Geld bereits gespart werden konnte. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Nettetal. Das Städtische Krankenhaus betreibt seit 2014 Blutmanagement - und spart dadurch neben Blut auch noch jede Menge Geld. Von Markus Plüm

Im Städtischen Krankenhaus wird gespart - und das durchaus erfolgreich. Zum Wohle der Patienten. Allerdings verzichtet man nicht auf die Anschaffung neuer Geräte oder kürzt Ärzten die Gehälter. Man spart Blut.

Seit 2014 wendet man am Sassenfelder Kirchweg das Konzept "Patient Blood Management" (Patientenblut-Management, PBM) an. Eine Methode, die es ermöglicht, nahezu komplett auf den Einsatz von Blutkonserven verzichten zu können. Diese sind aus der modernen Medizin zwar nicht wegzudenken und können Leben retten, gleichzeitig bergen sie aber auch gesundheitliche Risiken, sind ein enormer Kostenfaktor und nicht zuletzt immer seltener.

"Vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Blutspender gibt und auch die Weltgesundheitsorganisation schon im Jahr 2011 zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Blut aufgerufen hat, haben wir uns zu dem Schritt entschlossen, das PBM in unserem Haus einzuführen", erläutert Rainer Schmitz, leitender Oberarzt der Anästhesie. Das alles sei mit sehr geringem Aufwand verbunden gewesen, man habe nur geringfügige Veränderungen im Tagesbetrieb vornehmen müssen.

Doch die Sicherheit der Patienten stehe an erster Stelle: "Eine Bluttransfusion ist im Prinzip eine Organtransplantation. Dadurch kann es zu einer Überlastung des Körpers mit Fremdstoffen kommen", erklärt Oberarzt und Transfusionsverantwortlicher Jochen Post. "Das beste Blut ist immer das eigene. Auf Blutkonserven zu verzichten erhöht daher die Patientensicherheit."

Das Prinzip hinter dem PBM ist denkbar einfach: Vor geplanten Operationen wird die Anzahl der roten Blutkörperchen der Patienten gemessen. Ist diese zu niedrig, wird der OP-Termin verschoben und der Ursache für die Blutarmut auf den Grund gegangen. "Manchmal stellen sich dadurch schwerwiegendere Gründe wie Nierenleiden oder Krebserkrankungen als Ursache heraus", weiß Rainer Schmitz. "Meistens ist es aber nur Eisenmangel." Die Patienten erhalten dann für zwei bis vier Wochen Eisentabletten, bevor es zur Operation kommt.

Vor dieser werden dann bestimmte Medikamente gegeben, die sich positiv auf die Blutgerinnung auswirken. Und am OP-Tisch kommt dann schließlich der sogenannte Cell Saver zum Einsatz - ein Gerät, dass das Wundblut auffängt, reinigt und in den Körper des Patienten zurückleitet.

Das Vertrauen in das PBM hat am Krankenhaus Nettetal inzwischen dazu geführt, dass man kaum noch auf Blutkonserven zurückgreifen muss. "Im Bereich der Hüftpatienten mussten wir in diesem Jahr noch keine einzige Konserve verwenden. Damit bewegen wir uns auf dem Niveau großer Häuser und Unikliniken", zeigt sich Rainer Schmitz stolz und zufrieden. Das Blutsparen hat zudem auch positive finanzielle Effekte. "Eine Konserve kostet zwischen 150 und 250 Euro. Wir konnten im Jahr 2015 bereits 30.000 Euro einsparen, das ist ein enormer Faktor", sagt Jochen Post.

Quelle: RP
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