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Nettetal
Eine Million Euro für "Park & Ride"-Platz

Nettetal: Eine Million Euro für "Park & Ride"-Platz
Insgesamt 50 Stellplätze für Autos und 32 für Fahrräder können Pendler jetzt an der Josefstraße am Bahnhof Breyell nutzen. FOTO: RP-Fotos (2). Buschkamp
Nettetal. Warum kosten 50 Parkplätze und 32 Radstellplätze so viel? Dabei hat die Stadt noch Glück gehabt. Das nächste Projekt ist Kaldenkirchen Von Daniela Buschkamp

Zufriedene Gesichter gestern bei der offiziellen Vorstellung des neuen P&R-Platzes an der Josefstraße in Breyell. Ein lange geplantes, unerwartet kompliziertes Vorhaben konnte erfolgreich beendet werden. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Für ihn ist das Vorhaben aus zwei Gründen wichtig: Zum einen wird der zentral gelegene Stadtteil Breyell und dessen Verkehrsinfrastruktur aufgewertet, zum anderen seien nun Beschwerden über Dreck und ein ungepflegtes Areal Vergangenheit. Ein weiteres Millionen-Projekt, das die Stadt verfolge, sei die Umgestaltung des Bahnhofs in Kaldenkirchen.

Vor sieben Jahren wurden erste Pläne gemacht, um am Bahnhof Breyell mehr Stellflächen für Autos und für Fahrräder zu schaffen. Damals erwarb die Stadt das Gelände von der Bahn. Laut der Technischen Beigeordneten Suanne Fritzsche soll der Boden sauber gewesen sein - doch nur bis zur ersten Bodenprobe habe sich dies halten lassen. "So sauber war es dann doch nicht", erinnert sich Fritzsche. Allein die Altlasten-Sanierung habe die Stadt rund 340.000 Euro gekostet. Doch nicht nur der belastete Boden sorgte für einen Verztögeriung. Außerdem wurde ein Steuerkabel gefunden, das die Stadt nicht ohne Unterstützung der Bahn beseitigen konnte.

Ursprünglich sollte der Bau im Sommer 2016 beginnen, doch bei der ersten Ausschreibung hatte sich Fritzsche zufolge kein einziger Interessent gemeldet. Für die Stadt ein großes Problem, denn sie stand wegen der Fördermittel des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) unter Zeitdruck: Eigentlich hätte das Projekt bis Ende 2016 fertig sein müssen. Doch die Stadt hatte Glück: Der Verkehrsverbund verlängerte den Zeitrahmen bis Ende 2017. Somit war eine zweite Ausschreibung möglich - und die Förderung ging nicht verloren. "Eine Million Euro ist eine stattliche Summe, doch die Stadt hat auch sehr viel Eigenmittel beigesteuert", sagte die Technische Beigeordnete.

Gabriele Matz, Prokuristin beim VRR und zuständig für den Bereich Infrastruktur, war gestern nicht nur zufrieden, dieses Projekt abzuschließen. Sie stellte auch eine weitere Förderung für den Bahnhof Kaldenkirchen in Aussicht.

Allerdings müsse erst ein Beschluss der Bahn zu den neuen Bahnsteighöhen erfolgen. Dieser ist notwendig geworden, weil das Land jetzt eine einheitliche Bahnsteighöhe auf 76 Zentrimeter festgelegt hat. "Für Haltepunkte des Regional-Expresses ändert sich damit nichts, wohl aber für S-Bahn-Haltepunkte, deren Höhe bei 96 Zentimeter liegt", erläuterte Matz.

Diese Änderung hat auch Konsequenzen für den Bahnhof in Kaldenkirchen: Dort sind die Bahnsteige lediglich 38 Zentimeter hoch. Der VRR arbeite zurzeit an einer Machbarkeitsstudie für jeden Haltepunkt. Darin werde untersucht, welche baulichen Veränderungen an den Stationen notwendig seien. "Wir rechnen mit einem Ergebnis Ende des Jahres 2017", so die VRR-Prokuristin. Erst dann, so Susanne Fritzsche, könne für Kaldenkirchen konkreter geplant werden.

Quelle: RP
 
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