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Nettetal
Flotte Sprüche vom "König der Tiere"

Nettetal: Flotte Sprüche vom "König der Tiere"
Jürgen von der Lippe präsentierte in der Werner-Jaeger-Halle Geschichten zum Lachen und Schmunzeln. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Auf Lese-Tour mit seinem neuen Buch gastierte Jürgen von der Lippe in der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle Von Angela Wilms-Adrians

Sein Erkennungszeichen, das Hawaiihemd, hatte Jürgen von der Lippe beim Besuch in der ausverkauften Werner-Jaeger-Halle nicht angezogen. Doch unverwechselbar war das schelmische Naturell des Fernsehmoderators, Entertainers und Komikers, der seine Fernsehkarriere 1980 als "Hausmeister" beim WWF-Club begann. Der 68-Jährige las aus seinem neuen Buch "Der König der Tiere" Geschichten zum Lachen und Schmunzeln, gerne garniert mit Kommentaren und biografischen Einlagen.

Meist geht es darin um die Ehe, die Beziehung zwischen Mann und Frau, sowie verquere Merkwürdigkeiten mit unerwarteten Wendungen. Dabei darf es auch unter die Gürtellinie gehen. So war es schon ein Gag für sich, als von der Lippe sagte: "Reden wir über Sex. Der ist eigentlich nicht so mein Ding." Ganz aktuell reagierte der Gast auf das Auf und Ab um den Martin-Schulz-Hype. US-Präsident Donald Trump war ebenfalls Thema.

Die Mischung aus Kalauer, Witz und Sprachspielerei würzte der Autor mit deftigen Anmerkungen, einer guten Portion Boshaftigkeit und natürlich viel Potenzial zum Lachen. Er beherrscht den Kniff, dass sich die Besucher direkt angesprochen fühlen. Von der Lippe gibt sich mitunter harmlos, und dann kommt doch noch die unerwartete Bosheit aus der verbalen Hinterhand, wie etwa zur nicht immer vollendeten menschlichen Schönheit, die auch im Auge des Betrachters liege und eine Frage der Beleuchtung sei - und dann werde halt das Licht ausgeknipst. Die Lesung lebte vom Gefühl des Entertainers für das Timing vom vielsagenden Blick zwischen den gelesenen Zeilen. Und darin lag das eigentliche Vergnügen der Lesung, die mit durchgehendem Schmunzeln und oft lauten Lachern goutiert wurde.

Die Nettetaler amüsierten sich etwa über die Geschichte von der Prokrastination, der "Aufschieberitis", laut von der Lippe besonders als Studentensyndrom bekannt. Die "Prokrastination" war eines der Beispiele für die Freude an der satirisch zersetzenden Auseinandersetzung mit Fremdwörtern und Wortungetümen.

Zur aberwitzigen Erzählung vom lispelnden Bankräuber zeigte von der Lippe seine Gabe für die Stimmimitation. Der ließ er freien Lauf zur titelgebenden Fabel seiner Geschichtensammlung "Der König der Tiere". Dazu gab es natürlich jede Menge tierisch flotter Sprüche.

Quelle: RP
 
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