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Nettetal
Frau Niers zu Gast beim Grenzhopper-Festival

Nettetal: Frau Niers zu Gast beim Grenzhopper-Festival
Dr. untersucht seine Patientin Frau Niers: Im Stück "Niersprotokoll" steht die Geschichte des Flusses im Mittelpunkt. RP-Foto: J. Knappe FOTO: Grademaker
Nettetal. Die Niers ist sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden ein Zufluss der Maas. Damit ist er das perfekte Thema für ein Theaterstück im Rahmen des Grenzhopper-Festivals. Dieses wird bereits zum vierten Mal veranstaltet und bietet freien Theatergruppen aus beiden Regionen die Möglichkeit, ihre selbst erarbeiteten Theaterstücke auf beiden Seiten der Grenze zu präsentieren: in Venlo und Nettetal. Von Eva-Maria Geef

"Manche Stücke sind auf Deutsch, manche auf Niederländisch", erklärt Dirk Windbergs, der künstlerische Leiter des Festivals. "Wir bauen vorsätzlich eine Hürde der Sprache auf, es ist wichtig, die Besucher damit zu konfrontieren." Auch wenn man sprachlich nicht folgen könne, übten die Sprache sowie die erzeugten Bilder doch eine besondere Faszination aus.

Das Mönchengladbacher Duo "Die Fabulanten", bestehend aus Carsten Jensen und Nadja Bükow, präsentierte am Freitagabend im "Theater de Garage" in Venlo mit dem "Niersprotokoll" eine abwechslungsreiche Vorstellung. Puppentheater und Schauspiel wechseln sich ab und nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise rund um den Fluss, der im Laufe seines Daseins einige Eingriffe seitens des Menschen mitmachen musste. "Frau Niers" wird als Patientin dargestellt, die seit 100 Jahren in einer Klinik behandelt wird. Nun bessern sich ihre Vitalwerte, Lachse und Aale kehren zurück, und die Wasserzuführung - immerhin 200.000 Liter pro Tag - ist zufriedenstellend. Vor ihrer Einlieferung sei die Niers klinisch tot gewesen: "Es war höchste Zeit, dass Sie eingeliefert wurden", sagt der behandelnde Arzt Dr. Grademaker. "Es gab keinen Fisch, keinen Frosch, keine Pflanzen mehr."

Vor 200 Jahren war das Bild ein ganz anderes: "Das Wasser sprudelte nur so, alles wuchs und gedieh", erinnert sich Frau Niers. Durch den Bau von Mühlen und die Industrialisierung nahm die Verschmutzung zu. Die Folgen der Eingriffe in die Natur wurden so eindrucksvoll vermittelt, dass auch Kinder dem Stück mühelos folgen konnten.

Quelle: RP
 
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