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Nettetal
Sczyrba will Schule neues Gesicht geben

Nettetal. Der 54-jährige Familienvater aus Kempen leitet seit wenigen Tagen die Realschule Nettetal. Er will ihr ein schärferes Profil geben und ihre Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten. Von Ludger Peters

Er ist das "neue Gesicht" an der Realschule, und er meint das auch so. Joachim Sczyrba leitet seit wenigen Tagen die Realschule am Kornblumenweg in Kaldenkirchen. Der 54-Jährige will einige Dinge in der Schule verändern und dabei vor allem ihr Profil schärfen. Mit seinen Vorstellungen von Veränderung stoße er im Kollegium schon jetzt auf Zustimmung, sagt er.

Sczyrba ist auf dem Höhepunkt der Diskussion, wie Nettetal die weiterführenden Schulen gestalten und zukunftsfest machen könnte, zum neuen Schulleiter berufen worden. Den Ansatz der Diskussion auch um die Sekundarschule halte er "nicht für falsch", sagt der gebürtige Dormagener. Allerdings gehe es in einer Schuldiskussion weniger um politische oder strukturelle Inhalte. "Da ich zum Zeitpunkt der entscheidenden Sitzungen noch nicht offiziell Leiter der Realschule war, habe ich mich aus allem herausgehalten", erklärt Sczyrba.

Er ist fest entschlossen, das zweifellos angeschlagene Image von Realschule allgemein auch in Nettetal zu korrigieren. Im Leistungsvergleich liege die Realschule allgemein vor Gesamtschulen. Er wolle den Stellenwert dieser Schulform deutlich fördern, sagt er. Ihre Aufgabenschwerpunkte wolle er stärker mit dem Kollegium herausarbeiten und gemeinsam Schülern und Eltern vermitteln, dass die Realschule "ihre Schule" sei.

Die "Corporate Identity", also die Konzentration auf eine konkrete Identifizierung mit der Schule und ihre besonderen Merkmale, die sie von anderen unterscheidet, will Sczyrba finden und umsetzen. Gegenüber Schülern und Eltern hat er sein Ziel mit einem Satz umrissen: "Ich hoffe, meinen Beitrag leisten zu können, dass alle in der Schule arbeitenden Menschen sich wohl und mit ihren Anliegen ernst genommen fühlen."

Geprägt hat den Schulleiter, dass er zwar Mathematik und Theologie mit dem Ziel Lehramt in Bonn und Aachen studiert hat – da hatte er kurz auch den Wunsch, Priester zu werden –, aber nach der Referendarzeit in Gelsenkirchen das Land ihm aus Geldmangel keine Stelle anbieten konnte. Sczyrba wurde für zwei Jahre Erzieher und Lehrer am Franziskusinternat Vossenack ("Das war Klassenfahrt rund um die Uhr"). Er wechselte für drei Jahre als Gemeindereferent nach Aachen, wo er in den Pfarreien St. Peter sowie St. Josef und St. Fronleichnam intensiv auch Jugendarbeit leistete.

Er nahm 1991 das Angebot an, Realschullehrer in Grevenbroich zu werden, von 1997 bis 2000 war er an der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Krefeld und seitdem Zweiter Konrektor an der Realschule in St. Tönis.

Parallel war Sczyrba Moderator im Fach Mathematik für die Bezirksregierung Düsseldorf. Er war beteiligt an der Einführung eines neuen Fachlehrplans im Fach Mathematik, an Lernstandstests und Fortbildungen für Kollegen. In Tönisvorst war er zuletzt mit einer pädagogischen Konzeptarbeit für die Sekundarschule befasst.

(RP/rl)
 
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