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Neukirchen-Vluyn
Das Weihnachtsglück im Schuhkarton

Neukirchen-Vluyn: Das Weihnachtsglück im Schuhkarton
Für sie hat die Weihnachtszeit schon begonnen: Renate Krausz (rechts) und Christa Höhmann engagieren sich für die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Die Aktion des Vereins "Geschenke der Hoffnung" ist wieder angelaufen. Bis zum 15. November können Geschenke für bedürftige Kinder verpackt und bei Sammelstellen abgegeben werden. Zum Beispiel bei Renate Krausz in Neukirchen-Vluyn. Von Josef Pogorzalek

Die Weihnachtszeit fängt für Renate Kraus im Oktober an. In ihrem Wohnzimmer stapeln sich bereits in buntes Papier eingeschlagene Kartons mit Geschenken. Bis Mitte November sollen es noch viele mehr werden, denn die Geschenkkartons sind für bedürftige Kinder in Weißrussland, Rumänien, Georgien, der Mongolei und anderen Ländern bestimmt. Die 60-Jährige engagiert sich mit großem Eifer für die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". Der Verein "Geschenke der Hoffnung" hat sie vor 20 Jahren auf den Weg gebracht. Menschen sind aufgerufen, Schuhkartons mit Geschenken für Kinder zu füllen und weihnachtlich zu verpacken. Die gefüllten Kartons werden dann bei Sammelstellen abgegeben - die Hauptsammelstelle für Moers und Umgebung ist die Wohnung von Renate Krausz.

Vor elf Jahren hat die Neukirchen-Vluynerin die Aktion kennengelernt. "Ich war sofort begeistert", erzählt sie. Seither hat sie viele andere Menschen mit ihrer Begeisterung angesteckt. Es gebe Unternehmen und Privatpersonen, die Geld spenden, es gebe Frauen, die Socken und Mützen für Kinder stricken. Vor allem komme es aber darauf an, dass möglichst viele Menschen Geschenkkartons packen. Ganze Schulklassen und Kindergarten-Gruppen beteiligen sich an der Aktion. Und für Familien sei es ein besonderes Erlebnis, gemeinsam durch Geschäfte zu streifen und Dinge für ein Kind auszusuchen, das irgendwo in der Fremde lebt und dessen Familie sich keine Geschenke leisten kann. Wer einen Schuhkarton packen möchte, muss sich entscheiden, ob es an ein Mädchen oder einen Jungen gehen soll, und welcher Altersklasse diese angehören: zwei bis vier Jahre, fünf bis neun oder zehn bis 14 Jahre.

Kleidung, Kosmetika, Süßigkeiten, Spielzeug, Kuscheltiere und viel mehr darf in die Schuhkartons. Voraussetzung: Alles muss neu sein, sonst könnte es Probleme beim Zoll geben. Auch Geld ist tabu, außerdem sind Ausnahmen bei Lebensmitteln zu beachten. Hinweise darauf stehen im Internet, aber auch auf Infozetteln, die Renate Krausz und ihre Mitstreiterinnen verteilt haben. Eine davon ist Christa Höhmann aus Moers. Es sei wichtig, die Kartons nicht zugeklebt bei der Sammelstelle abzugeben. "Wir müssen bei jedem einzelnen Schuhkarton prüfen, ob er korrekt bepackt ist", erzählt sie. "Erst dann kleben wir sie zu." Dinge, die nicht reingehören, sortieren die Helferinnen aus, die Lücken füllen sie aus Beständen der Aktion auf. "Aussortierte Lebensmittel spenden wir der Tafel", sagt Renate Krausz. Die bei ihr abgegebenen Schuhkartons werden im Keller der Friedenskirche Kamp-Lintfort zwischengelagert und dort für den Transport in größere Kartons verpackt. "Ohne die Gemeinde im Rücken könnte ich das gar nicht machen." Noch im November holt dann eine Spedition im Auftrag des Vereins "Geschenke der Hoffnung" die Kartons ab, um sie rechtzeitig vor Weihnachten an ihre Bestimmungsorte zu bringen. Die Verteilung der Kartons übernehmen dortige Kirchengemeinden. "Es ist schön, zu wissen, dass die Hilfe ankommt", sagt Renate Krausz. Die Aktion sei in insgesamt 100 Ländern aktiv, mehr als 130 Millionen Kinder seien schon beschenkt worden.

Noch bis zum 15. November können gepackte Schuhkartons bei Renate Krausz oder einer der anderen Sammelstellen abgegeben werden. Dass wildfremde Menschen bei ihr anklingeln, daran hat sich die 60-Jährige längst gewöhnt. "Man hat immer wieder nette Begegnungen. Besonders schön ist es, wenn mit Kinder mit strahlenden Augen gepackte Kartons überreichen."

Quelle: RP
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