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Neuss
Als Chef ans "Spee" zurückgekehrt

Neuss. Norbert Keßler als neuer Schulleiter der Erzbischöflichen Schule eingeführt

Einen großen Karabinerhaken überreichten die Studierenden des Erzbischöflichen Friedrich-Spee-Kollegs dem neuen Schulleiter Norbert Keßler. Damit solle er sich ins "Netz" der Bildungseinrichtung einhaken, gaben sie ihm beim Einführungsgottesdienst in der Piuskirche zusammen mit guten Wünschen für seine künftige Aufgabe mit auf den Weg.

Norbert Keßler, der die Nachfolge von Michael Roder antrat, ist in Neuss und vor allem am Spee-Kolleg kein Unbekannter. Zwölf Jahre war der gebürtige Bergheimer, der in Bonn Katholische Theologie, Philosophie, Musikwissenschaften, Germanistik und Erziehungswissenschaften studierte, hier als Lehrer tätig. Vor gut fünf Jahren wechselte er von der Neusser Paracelsusstraße in die Schulverwaltung des Erzbistums Köln, wo er als Schulrat für zwölf der insgesamt 32 erzbischöflichen Schulen zuständig war. Während dieser Zeit habe er immer Kontakt zum Spee-Kolleg gehalten und es "mit freundlicher Sympathie aus der Distanz beobachtet", sagt er. Als dann dort durch Michael Roders Wechsel in den Ruhestand dessen Position frei wurde, bewarb sich Keßler auf die Stelle.

Die größte Herausforderung ist laut Keßler die rückläufige Zahl der Studierenden: "In den vergangenen Jahren hatten wir Mühe, die durchschnittliche Zahl von 300 Studierenden zu halten", gibt er zu bedenken. Wichtigste Ursachen dafür sind seiner Einschätzung nach einmal die geringe Bereitschaft zur beruflichen Fortbildung aufgrund der guten Wirtschaftslage und damit einhergehender niedriger Arbeitslosenquote. Ein weiterer Grund: "Inzwischen gibt es ein breites schulisches Angebot, um auf direktem statt auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur zu kommen", gibt der 52-Jährige zu bedenken. An einer Strategie, um auf diese Entwicklung zu reagieren, arbeitet der ausgebildete Sänger zur Zeit. "Denkbar wären eine vorsichtige Anpassung der Fächerstruktur und Kooperationen mit anderen Schulen", legt er dar. Vor allem aber müsse die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden, denn sogar im kirchlichen Bereich sei das Spee-Kolleg noch viel zu wenig bekannt.

(susa)
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