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Neuss
Ein Neusser Sonderstempel zur Tour

Neuss: Ein Neusser Sonderstempel zur Tour
Sonderstempel zum 800. Jahrestag der Grundsteinlegung von St. Quirin, herausgegeben im Oktober 2009. FOTO: frei
Neuss. Zum ersten Mal seit dem Jahrestag zur Grundsteinlegung von St. Quirin im Jahr 2009 steht mit der Tour de France wieder ein Ereignis an, das die Briefmarkenfreunde mit einem amtlich beglaubigten Sonderstempel verewigen wollen. Von Christoph Kleinau

Die Philatelisten haben ein besonders gutes Gespür für große Ereignisse. Denn ein solches ist geeignet, mit einem Sonderstempel oder gar einer Sonderbriefmarke gewürdigt und verewigt zu werden. Die "Tour de France" ist ein solches Ereignis - zumindest aus Sicht der Briefmarkenfreunde Neuss. Sie geben gemeinsam mit der Post einen Sonderstempel für die Durchfahrt der "Tour de France" am kommenden Sonntag heraus und heben dieses Sportereignis in der Stadthistorie auf eine Stufe mit dem 500. Jahrestag der Belagerung der Stadt durch Karl den Kühnen (1975), den 950. Jahrestag der "Translatio Sankt Quirin" im Juni 2000 oder den 800. Jahrestag der Grundsteinlegung des Quirinus-Münsters, der am 9. Oktober 2009 gefeiert und gestempelt wurde. Danach, sagt Franz-Josef Schäfer, Geschäftsführer der Briefmarkenfreunde, "ist nichts mehr gekommen".

Gut, kleine Unterschiede sind da schon noch zu machen, denn 1975 gab die Post neben einem Sonderstempel auch die erste von bislang zwei Briefmarken mit einem Motiv des belagerten Neuss heraus. Sie wurde in einer Auflage von 32 Millionen Stück in Umlauf gebracht, kostete damals 50 Pfennig und wird heute im unteren einstelligen Euro-Bereich gehandelt.

Sondermarke und Ersttagsbrief zum 500. Jahrestag der Belagerung der Stadt durch Karl den Kühnen, herausgegeben im Juli 1975. FOTO: frei

Auch die zweite Neuss-Briefmarke, die 1984 als 80-Pfennig-Sondermarke zur 2000-Jahr-Feier der Stadt herausgegeben wurde und ein Motiv aus dem Grabschild des Oclatius zeigt (das Original ist im Clemens-Sels-Museum zu sehen), eignet sich kaum als Wertanlage.

Zur Durchfahrt der Tour de France am Sonntag gibt es "nur" einen Sonderstempel, den die Neusser Grafikerin Natascha Niesner im Auftrag der Briefmarkenfreunde entworfen hat und Radrennfahrer vor der Stadtsilhouette zeigt. Neuss, sagt Schäfer, sei die einzige deutsche Etappenstadt, die einen solchen Stempel ausgibt - und der von der Post schon amtlich beglaubigt ist und damit das Zeug zum Sammlerstück hat.

FOTO: Post

Diesen Stempel haben die Briefmarkenfreunde auch auf 1000 Sonderbriefe geprägt, die sie am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr im Rathaus zum Kauf anbieten. Dort ist dann auch die Deutsche Post mit einem Sonderpostamt vertreten.

Der Sonderbrief der Briefmarkenfreunde zeigt das Logo des Vereins "Neuss on Tour" mit dem Verlauf der Rennstrecke im Stadtgebiet und die Umweltmarke aus dem Jahr 2016 - mit einem Radfahrer als Motiv. "Schöner und besser wäre ja die Marke ,200 Jahre Fahrrad - 1817 Karl Drais´ gewesen", sagt Schäfer. Aber diese Marke erscheint leider erst am 13. Juli und damit auch zu spät für die Briefmarkenausstellung, die Schäfer ab sofort und noch bis zum 17. Juli im Foyer des Rathauses zeigt.

In dieser Sonderpräsentation zeigt Schäfer, was er an Marken, Briefen und Sonderstempeln zur "Tour de France" zusammengetragen hat. Alleine dieser Teil seiner Sammlung füllt 13 Rahmen. Ein 14. ist noch leer. Ihn will Schäfer mit einem "Gelben Trikot" des Spitzenreiters aus dem Jahr 1997 füllen, doch der geplante Blickfang der Ausstellung, den Schäfer im Internet ersteigern konnte, war noch nicht in der Post. So lange ist eben ein Ankunftsstempel der Tour aus dem Jahr 1953, den er vor Jahren auf einem Briefmarkenmarkt in Paris fand, eine der größeren Raritäten.

Schäfer sammelt nicht Länder, sondern strukturiert seine Suche nach Motiven. Rund ums Rad hat sich dabei für ihn ein eigenes Sammelgebiet ergeben. Untergruppen bilden neben "Entwicklung des Rades", "Historie des Rades", das "Rad im Dienst der Post" oder das "Rad in der Freizeit" vor allem Marken mit Fahrradmotiven von Olympischen Spielen, der "Internationalen Friedensfahrt" durch den ehemaligen Ostblock sowie den großen Radrennen. Die Marken von der "Tour de France", gibt Schäfer zu, sind aus seiner Sicht nach wie vor die schönsten.

Quelle: NGZ
 
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