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Neuss
Neuer Schutzstatus für Uedesheimer Rheinbogen

Neuss. Naturschutzgebiet wird vergrößert und Teil des europäischen Lebensraum-Netzwerkes "Flora Fauna Habitat".

Magere Glatthaferwiesen im Rheinvorland und Kalk-Halbtrockenrasen auf den Deichen zeichnen das Naturschutzgebiet Rheinbogen in besonderer Weise aus. An ihrem Schutz und damit auch dem Schutz der dort lebenden Pflanzengesellschaften und zum Teil wieder heimisch gewordenen selten Tierarten hat auch die Europäische Union großes Interesse. Der Rheinbogen gehört deshalb zu den sieben FFH-Gebieten (Flora, Fauna, Habitat) im Rhein-Kreis, deren Schutzstatus die Verwaltung nun in den Landschaftsplan einarbeiten muss. Fünf Verfahren sind abgeschlossen, sagt Volker Groß.

Diese Arbeit begleitet den Abteilungsleiter für die Freiraum- und Landschaftsplanung im Kreishaus schon seit Jahren. Im Fall des Rheinbogens allerdings geht es - ausnahmsweise - auch um eine Vergrößerung der Schutzzone. Die falle aber mit einigen 100 Quadratmetern überschaubar aus, sagt Groß.

Vor 2002 wurde schon daran gearbeitet, ein europaweites System von wichtigen Natur- und Lebensräumen zu identifizieren und diese unter besonderen Schutz zu stellen. Das Land macht Vorschläge an den Bund, der "meldete" an die EU, die wiederum im Jahr 2008 erklärte: Der Uedesheimer Rheinbogen muss FFH-Gebiet werden. Das war der Startschuss für Phase zwei - die Änderung des Landschaftsplanes. Das läuft seit 2011 und kann, wenn alles klappt, dieses Jahr beendet sein.

Die Heimat von Feldgrashüpfer, Ameisen-Bläulig und Wiesensalbei wäre damit dauerhaft im Bestand geschützt. Denn sollte irgendwann jemand andere Pläne mit dem Rheinbogen haben und es darüber zu einem Rechtsstreit kommen, werde immer geprüft, so Groß, "ob der Schutzzweck betroffen ist". Bei der Abwägung hätte dann die Natur Vorrang - wenn präzise dargestellt ist, warum. Dafür muss nun der Landschaftsplan geändert werden. Teil des Verfahrens ist, dass die Pläne bis zum 19. Februar im Kreishaus Grevenbroich öffentlich ausgelegt werden. Mit vielen Einwänden rechnet Groß nicht. Dann könnte der Kreistag im Juni zustimmen.

(-nau)
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