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Wohnen und Verkehr
Neuss plant mit Landeshauptstadt

Wohnen und Verkehr: Neuss plant mit Landeshauptstadt
Für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sollen regionale Konzepte entwickelt werden. FOTO: Pixabay.com/NGZ/Woi (Archiv)
Neuss. Bezahlbarer Wohnraum, Verkehrsinfrastruktur, Bevölkerungswandel - das NRW-Bauministerium will die regionale Zusammenarbeit bei diesen Zukunftsthemen stärken. Die Stadt Neuss will die Vorteile einer starken Region nutzen. Von Andreas Buchbauer

Die Stadt Neuss greift die Initiative "Stadt Umland.NRW" auf und will die interkommunale Zusammenarbeit stärken. Das erklärte Planungsdezernent Christoph Hölters am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. "Mit Blick auf die Initiative werden wir zum Beispiel in der Strukturregion Mittlerer Niederrhein prüfen, ob der Verbund Euroga 2002 plus mit neuem Leben gefüllt werden kann", sagt Hölters. Bei der Euroga 2002 plus (eigentlich: "Regionale 2002") handelte es sich um eine regionale Strukturfördermaßnahme, insbesondere mit Blick auf die seinerzeit ausgerichtete Europäische Gartenschau. Beteiligt waren unter anderem Düsseldorf, Krefeld, Viersen, Mönchengladbach sowie der Rhein-Kreis und der Kreis Mettmann - ein Verbund, der auch mit Blick auf "Stadt Umland.NRW" zusammenarbeiten könnte.

Mehr Kooperation unter den Städten

Mit der Initiative möchte das NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr die Großstädte des Landes und ihre Nachbarkommunen zu mehr Kooperation anregen. Minister Michael Groschek (SPD) nimmt dabei unter anderem den Wohnungsmarkt in den Blick. Am Rande seines Besuchs beim Bauverein-Projekt in Weckhoven sprach er die Landesinitiative, deren Auftaktsymposium im Juni stattfand, an. Sie liefert ein Programm für verbesserte Infrastruktur - und für bezahlbaren Wohnraum in den Ballungszentren. Die Überzeugung: Düsseldorf und andere stark wachsende Städte werden den erforderlichen Wohnraum alleine nur schwerlich schaffen können. "Regional abgestimmte Konzepte sind die Voraussetzung für erfolgreiches Handeln", erklärt der Minister. Deshalb müssten gemeinsam Zukunftskonzepte für den Großraum Neuss/Düsseldorf erarbeitet werden. Neuss sei auch als wichtiger "Entlastungsstandort" für die Landeshauptstadt zu sehen. Eine Entwicklung, die sich auch in wachsenden Einwohnerzahlen zeigt: Neuss legt - auch dank der Nähe zum Speckgürtel Düsseldorf - kontinuierlich zu.

Das stellt die Stadt vor Herausforderungen. Bezahlbarer Wohnraum muss her, laut eines Gutachtens werden 1300 neue Wohnungen bis 2030 benötigt. Der Bauverein schafft am Weckhover Feld derzeit 198 bezahlbare Mietwohnungen, weitere Projekte werden folgen. Und die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) hat derzeit mehr als 400 Wohnungen in Planung und Bau, in den kommenden fünf Jahren sollen rund 100 Millionen Euro investiert werden.

"Eine engere Verzahnung von Düsseldorf und Neuss macht Sinn"

Die Initiative aus dem Verkehrsministerium ist als zweistufiger Wettbewerb ausgeschrieben. Die besten Zukunftskonzepte sollen im Sommer 2017 ausgezeichnet werden. Bis 14. September dieses Jahres sollen Unterlagen eingereicht werden. Ein enger Zeitrahmen. "Deshalb werden wir zum Stichtag der ersten Projektphase auch kein konkretes Vorhaben einreichen", sagt Hölters. Vielmehr werde man das langfristige Ziel der Initiative - den Ansporn zu mehr regional abgestimmten Konzepten - aufgreifen.

Ein stärkeres Miteinander in der Strukturregion Mittlerer Niederrhein gehört ebenso dazu wie eine enge Zusammenarbeit mit Düsseldorf. "Wir unterstützen den Vorstoß vom Land", betont Hölters. Mit Blick auf die regionale Wohnungsnachfrage, die Bevölkerungsentwicklung sowie geplante Infrastrukturmaßnahmen mache eine noch engere Verzahnung im Großraum Düsseldorf/Neuss und die Betrachtung in der Metropolregion schließlich Sinn. Was Verkehrsströme anbelangt, drängt sich ein ganz nahes Thema derzeit auf: die Verkehrsführung rund um das neue Ikea-Haus in Kaarst. Es gibt die Befürchtung, dass das Verkehrsaufkommen über die Gümpgesbrücke in die Nordstadt steigt. "Es laufen Gespräche mit der Stadt Kaarst", sagt Hölters.

Quelle: NGZ
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