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Neuss
Neusser soll Radiologie am "Etienne" ausbauen

Neuss. Der habilitierte Mediziner Dan Meila kümmert sich um Schlaganfallpatienten und Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Von Christoph Kleinau

Die Erkenntnis, dass man als Radiologe nicht nur Ärzte anderer Disziplinen mit bildgebenden Methoden unterstützt, sondern selbst helfen und heilen kann, verdankt Dan Weila einem Schlüsselerlebnis im Herbst 2003. Damals assistierte er - selbst noch in der Ausbildung - einem Radiologen, der das Leben eines Neugeborenen retten konnte, und fokussierte sich ganz auf diese Disziplin. Vorläufiger Karrierehöhepunkt für den habilitierten Fachmann für Interventionelle Neuroradiologie ist der Ruf an das Johanna-Etienne-Krankenhaus, wo er die Behandlung von krankhaften Gefäßveränderungen in Gehirn und Rückenmark ausbauen und Fachpersonal in den dabei angewandten minimalintensiven Methoden ausbilden soll.

Die Interventionelle Radiologie ist am "Etienne" nichts Neues, die Nachbardisziplinen Neurologie und Gefäßchirurgie seit Jahren Standard. Mit zwei Computertomographen (CT) und zwei Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) sieht Geschäftsführer Paul Kudlich sein Haus, das als Schwerpunktversorger schon heute jährlich rund 1600 Schlaganfallpatienten behandelt, technisch gut aufgestellt. Im Schulterschluss mit Neurologen, Kardiologen und Gefäßchirurgen soll Meila aber nun das medizinische Angebot verbreitern. Über die Behandlung von Schlaganfällen hinaus wird er sich vor allem um Aneurysmen (Gefäßaussackungen) und andere Gefäßfehlbildungen im Gehirn kümmern. Sein Spezialgebiet.

Studien hätten belegt, dass die Entfernung von Thromben aus Gefäßen im Gehirn mittels eines Katheters das Mittel der Wahl ist, sagt Meila, der eine ähnlich stürmische Entwicklung der Fallzahlen in seiner Disziplin erwartet, wie sie die Herzkathetermessplätze den Kardiologen gebracht haben. Er will diese Entwicklung mitgestalten - als Arzt und als Dozent mit Lehrauftrag an der Uni Hannover. Erste Veränderung am "Etienne" war, dass er eine ständig besetzte radiologische Rufbereitschaft eingerichtet hat.

Meila war zuletzt in Duisburg tätig und wollte eigentlich nicht wechsel, doch dann kam der Ruf aus Neuss. Der bot ihm nicht nur eine berufliche Perspektive, sondern die Chance, in die Heimat zurückzukehren. Denn aufgewachsen ist Meila in Hoisten und Weckhoven.

Quelle: NGZ
 
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