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Neuss
Neusser will die Magie des Doms spüren lassen

Neuss: Neusser will die Magie des Doms spüren lassen
Der Kölner Dom ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Jedes Jahr zieht das Gotteshaus rund sechs Millionen Besucher an. FOTO: endermann
Neuss. Robert Kleine hat eine besondere Beziehung zum Dom. Diese will er im kommenden Jahr in einer besonderen Führung näher bringen. Von Simon Janssen

In den frühen Morgenstunden erlebt Robert Kleine seine Lieblingsmomente im Kölner Dom. "Wenn die Sonne vom Ostern her durch die prächtigen Fenster scheint, der Schrein der Heiligen Drei Könige erleuchtet wird - und noch keine Touristen den Dom besichtigen", beschreibt der 42-Jährige. Bereits seit frühesten Kindertagen nimmt ihn dieser Ort auf positive Art und Weise "gefangen". Routine wird die Arbeit im Dom für ihn wohl nie werden. "Dieses Wunderbare, dieses Erhabene", schwärmt Kleine, der seit September 2012 Stadtdechant von Köln ist. Zudem ist der Neusser Domdechant der Hohen Domkirche St. Petrus. Zwar gebe es viele andere schöne Kirchen, aber der Dom in seiner "gotischen Klarheit" sei etwas ganz Besonderes. "Das ist das, was die Gotik wollte: Ein Stück des Himmels auf die Erde holen".

Ob in Führungen durch die Ausgrabungen, Dachführungen und sogar Glockenführungen - den Kölner Dom können Interessierte bei verschiedenen Rundgängen auf unterschiedlichste Art und Weise betrachten. Nun soll es einen neuen Blickwinkel geben: Ab Ende November bietet die Dompropstei nach der offiziellen Schließung auch geistliche Führungen durch die Kathedrale an. Bei diesen Exkursionen soll die spirituelle Dimension des Doms in den Vordergrund rücken. Auch Robert Kleine wird im zweiten Halbjahr kommenden Jahres seine besondere Beziehung zum Dom erläutern. Schließlich hat der Neusser gleich mehrere Bezugspunkte. Zum einen wuchs er im Neusser Stadtteil "Heilige Dreikönige" auf. "Also in einer Kirche, die einen besonderen Bezug zum Dom hat." Zudem ist Kleine 1993 im Dom zum Priester geweiht worden. Mittlerweile ist er dort auch für die Seelsorge tätig. Nicht umsonst spricht er von "seiner Kirche", wenn er von seiner Verbindung zum Dom erzählt.

Während der Führung will Kleine auch auf den Altar eingehen, der vor dem Schrein steht. "Ich habe das Privileg, mehrmals im Jahr an diesem Altar die Messe feiern zu dürfen", sagt er - und nennt beispielhaft die Hirtenmesse am ersten Weihnachtstag. Da die Führer ehrenamtlich arbeiten, ist das Angebot kostenlos, die Teilnehmerzahl jedoch auch begrenzt. Pro Führung können 40 Personen teilnehmen, die sich zuvor anmelden müssen. Telefonisch kann man für bis zu zwei Personen Karten reservieren, die vor der Führung im Domforum abgeholt werden können. In der Regel sollen die Rundgänge am ersten Mittwoch jeden Monats stattfinden. Die erste Führung leitet Domprobst Gerd Bachner am Mittwoch, 30. November, ab 19.30 Uhr.

Als Ergänzung zu den geistlichen Führungen werde es im kommenden Jahr eine Erweiterung der "Kölner Dom App" geben. Darin würden besondere Orte und Gegenstände des Bauwerks vorgestellt und ihre theologische Dimension erschlossen.

Quelle: NGZ
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