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Sebastian Semmler
Stadt setzt Flüchtlinge auf Bauhof ein

Sebastian Semmler: Stadt setzt Flüchtlinge auf Bauhof ein
Erster Beigeordneter und Sozialdezernent Sebastian Semmler. FOTO: lh
Neuss. In Kaarst werden demnächst Flüchtlinge auf 1-Euro-Job-Basis arbeiten. Dahinter steht eine Initiative der Sozialverwaltung. Die NGZ hat darüber mit dem Ersten Beigeordneten und Sozialdezernenten gesprochen.

Herr Semmler, ab wann werden Flüchtlinge als 1-Euro-Jobber eingesetzt?

Semmler Am 15. Dezember werden Bewerbungsgespräche mit fünf Personen zur Aufnahme einer Arbeitstätigkeit bei der Stadt Kaarst - konkret geht es um Arbeiten auf dem Bauhof - geführt. Darüber hinaus ist geplant, Flüchtlinge als Hausmeistergehilfen zur Unterstützung der städtischen Objektleiter und Hausmeister für die Flüchtlingsunterkünfte einzusetzen. Als ergänzende Maßnahme werden ab Januar flächendeckende Bewerbungstrainingsmaßnahmen und PC-Kurse für Kaarster Flüchtlinge angeboten.

Und in welchen Bereichen können sie eingesetzt werden?

Semmler Flüchtlinge können grundsätzlich bei den Kommunen und den gemeinnützigen Trägern eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die zu verrichtende Arbeit nicht in dem zu leistenden Umfang oder nicht zu diesem Zeitpunkt von anderen Arbeitskräften übernommen werden könnte. Es darf sich also nicht um Aufgaben handeln, die pflichtig durch die Stadt Kaarst erfüllt werden müssen.

Gibt es Mindestanforderungen?

Semmler Die Arbeitsfähigkeit - dies betrifft vor allem die Gesundheit - ist natürlich Voraussetzung. Ausreichende Sprachkenntnisse sollten zudem vorhanden sein.

Nach welchen Kriterien werden Flüchtlinge für die Arbeit auf dem Baubetriebshof ausgewählt?

Semmler Die Flüchtlinge melden sich in erster Linie freiwillig beziehungsweise initiativ. Neben den Sprachkenntnissen ist es wichtig, dass eine Integrationsbereitschaft gezeigt wird und die Menschen zuverlässig sind. Das wird bei den Bewerbungsgesprächen eine besondere Rolle spielen.

Welche Tätigkeiten sind genau vorgesehen?

Semmler Es handelt sich in erster Linie um Helfertätigkeiten, die keine besonderen Kenntnisse voraussetzen wie beispielsweise die Unterstützung der Bauhofkolonnen oder der Objekthausmeister.

Wer wird die Flüchtlinge in ihre Aufgaben einweisen?

Semmler Das übernehmen die Mitarbeiter der Stadt Kaarst, denen die Flüchtlinge zugeordnet werden und - sofern erforderlich - unterstützt durch die Sozialverwaltung und Ehrenamtler.

Selbst bei einfachen Hilfstätigkeiten sind Deutschkenntnisse oftmals unerlässlich. Sind Verständigungsprobleme zu erwarten?

Semmler Ja, natürlich. Daher müssen ausreichende Deutschkenntnisse vorhanden sein.

Sind diese 1-Euro-Jobs Arbeiten, die sonst von anderen Beschäftigten auch übernommen werden?

Semmler Nein, es dürfen keine regulären Stellen eingespart werden oder wegfallen.

Wie viel Geld stellt die Stadt Kaarst für die 1-Euro-Jobs zur Verfügung?

Semmler Ein eigener Haushaltsansatz ist hierfür nicht vorgesehen. Das Geld steht im "Topf" Leistungsgewährung für Asylbewerber zur Verfügung. Es ist noch nicht klar, wie viele Menschen letztlich "in Arbeit gebracht" werden können.

Werden mittlerweile die beruflichen Qualifikationen der Flüchtlinge erfasst?

Semmler Ja. Im Rahmen der Vermittlung in die Sprachkurse beziehungsweise bei den Aufnahmegesprächen für die Sprachkurse sowie bei der Vermittlung in Integrationsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit werden diese Informationen abgefragt.

BÄRBEL BROER STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: NGZ
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