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Neuss
Stadt will möglichst schnell neue Flüchtlingsheime bauen

Neuss. Der Sozialausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Grundlagen zu schaffen, um die von der Stadtverwaltung geplanten 27 neuen Flüchtlingsheime einzurichten. Dazu gaben die Mitglieder einstimmig die Empfehlung, einerseits das nötige Baurecht auf den Weg zu bringen- insbesondere an den Standorten Konrad-Adenauer-Ring und Tennisplatz Erfttal -, andererseits die städtische Vergabeordnung so anzupassen, dass Bürgermeister und Stadtverwaltung mögliche Unterkünfte ohne langwierige Ausschreibung umsetzen können. Dazu soll der Bürgermeister berechtigt werden, auch über Auftragssummen von bis zu drei Millionen Euro zu entscheiden. Den endgültigen Beschluss hierzu trifft nächste Woche der Stadtrat. Von Susanne Genath

"Noch steht unsere Unterkunft am Berghäuschensweg leer", sagte Sozialdezernent Stefan Hahn den Mitgliedern des Ausschusses. "Unsere Horrorvorstellung ist, dass am Samstag zwei Busse mit Flüchtlingen kommen und das Haus dann voll ist." Als "Blitzunterkünfte" seien daher zwei Heime in modularer Bauweise in Planung: eins am Südbad mit bis zu 60 Plätzen, eins am Nordbad mit bis zu 100 Plätzen. Sie könnten schon im Mai errichtet werden. "Eine entsprechende Bürgerinformation ist in Vorbereitung", erklärte Hahn.

Denn Kommunikation und Transparenz sind für Verwaltung und Politik das A und O in der Flüchtlingsfrage. "Wir wollen nicht, dass Menschen in Turnhallen untergebracht werden müssen", versicherte der Sozialdezernent. Für eine möglichst gute Integration habe man bei den Standorten auf gleichmäßige Verteilung im Stadtgebiet geachtet. Wie lange die Asylbewerberheime dort bestehen bleiben, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen.

Überlegungen über Nachteile einzelner Heimstandorte für die Anwohner wies Vincent Cziesla (Die Linke) scharf zurück. "Es geht nicht darum, ob eine Flüchtlingsunterkunft eine Belastung für einen Stadtteil ist. Eine Flüchtlingsunterkunft ist ein Ort für Menschen, die in Not sind", sagte er und erntete großen Applaus im Sozialausschuss.

Um die neuen Wohnheime zu betreiben, ist die Stadt laut Stefan Hahn in Gesprächen mit Rettungsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden.

Quelle: NGZ
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