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Neuss
Tierschützerin Wester schließt Mission ab

Neuss. 31 Tage lang wanderte Sabine Wester durch Deutschland, um Zeichen für den Tierschutz zu setzen. Von Alexandra Wallendschu

Nach mehr als 630 Kilometern Fußweg ist Sabine Wester gestern um Punkt 12 Uhr am Ziel ihrer Reise angekommen: dem Quirinusmünster. Mit ihrem Lauf von Eberswalde nach Neuss, ihrer Geburtstagsstadt, wollte die 44-Jährige ein Zeichen gegen die Massentierhaltung setzten. 29 Tage lief die Tierschutzaktivistin mit ihren zwei Hunden Futzi und Maggie dazu einmal quer durch die Republik.

Als die gebürtige Neusserin am 15. Mai in Brandenburg die Tür hinter sich ins Schloss zog, konnte sie sich noch nicht genau ausmalen, was alles in den nächsten Tagen und Wochen auf sie zukommt. Blutige Füße, ein schmerzender Rücken, ein verletztes Hundepfötchen und ein geflutetes Zelt waren seitdem die eine Seite ihres Abenteuers; das Erfahren von Zuspruch, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft die andere. "Der Lauf hat mir meinen Glauben an die Menschheit wiedergegeben", sagt die Frührentnerin. Insgesamt hat sie 13 Mal eine Unterkunft bei fremden Menschen gefunden, die sie über eine Facebook-Gruppe erreicht hat. Dort hat sie neben einem Schlafplatz auch meistens Hundefutter und vegane Gerichte vorgefunden. "Alle Gastgeber haben sich so hervorragend um mich gekümmert, ich bin immer noch überwältigt", sagt sie.

Doch es lief nicht immer planmäßig. "In Rinteln nächtigte ich bei Regen und Sturm auf dem Campingplatz und mein Zelt wurde geflutet. Alles war klitschnass. In diesem Moment dachte ich ans Aufgeben", sagt Wester. Aber ihre Unterstützer aus dem sozialen Netzwerk munterten sie zum Weitergehen auf. Also startete sie mit durchnässter Kleidung ihren nächsten Marsch - immerhin mit weniger Gepäck, denn das Zelt war nun unbrauchbar.

Während ihrer Wanderungen erfuhr die Tierfreundin jedoch nicht nur Zuspruch. Manch einer hätte ihr "den Vogel gezeigt", berichtet die Neusserin. Aber das Gesamtresümee auch für ihr Anliegen ist positiv: "Ich habe 810 Euro für den Verein ,Deutsches Tierschutzbüro' gesammelt und einige Menschen zum Nachdenken angeregt", sagt sie.

Quelle: NGZ
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