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Neuss
Tipps für stillende Mütter

Neuss. Drei Expertinnen informierten über Hilfsmittel und das Stillen bei Krankheit. Von Jessica Balleer

Nichts bewegt Mütter in der ersten Zeit nach der Geburt so sehr, wie die Ernährung des Kindes. Der natürlichste Weg, das Stillen, bringt aber vor allem dann Unsicherheit, wenn Mutter oder Kind krank sind - das zeigte die NGZ-Telefonaktion, gestern Nachmittag, bei der Expertinnen mit Rat zur Seite standen.

Eine junge Mutter hatte ihren Brustkrebs besiegt und will nun ihr vier Monate altes Baby stillen. Ist das möglich? "Das Stillen ist für diese Frau wie eine Therapie", sagt Roswitha Deffge, Stillberaterin am Johanna-Etienne-Krankenhaus (JEK) und Leiterin des dortigen Still-Cafés. Das Stillen helfe also Kind und Mutter gleichermaßen. Durch die OP ist die Milchproduktion allerdings reduziert, sodass ergänzende Beikost nötig ist.

Bereits vor der Geburt des Kindes informierte sich eine schwangere Frau. Ihr Baby wird mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommen. "Auch hier ist das Stillen möglich", so Deffge. In der aufrechten Position sollte die Mutter dabei das Baby auf ihren Oberschenkel setzen und den Kiefer beim Stillen stützen. Das fördere sogar langfristig die Entwicklung der Kiefermuskulatur. Tipps zum Thema "Erfolgserlebnis an der Brust" hatte Dr. Margarete Albiez, leitende Oberärztin der Geburtshilfe am JEK für Mütter, die Probleme mit dem so genannten Stillhütchen hatten. Um das Kind an die Brust zu gewöhnen, solle man sich vor allem "viel Zeit nehmen und es immer wieder probieren", sagte Albiez. Das Kind solle beim Trinken einen Misserfolg mit Hütchen erfahren und anschließend ein Erfolgserlebnis an der Brust.

Dass Frauen, die nach einem Kaiserschnitt stillen wollen, weniger Milch produzierten als andere, entlarvte Stillberaterin Sandra Korbmacher als Mythos. Wegen der Narbenschmerzen falle es diesen Müttern zwar oft schwerer, "die Milchproduktion ist aber nicht generell reduziert", sagt Korbmacher. Das gelte auch nach vielen anderen operativen Eingriffen.

Insgesamt stillen etwa 90 Prozent der Mütter nach der Geburt. Nach 14 Tagen aber sinkt diese Quote auf 40 Prozent ab. "Viele haben Angst, das Kind nicht ausreichend ernähren zu können. Und oft fehlt es an Wissen", sagt Stillberaterin Deffge. Individuelle Beratung und Förderung bietet sie diesen Müttern in ihrem Stillcafé an - jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr.

Quelle: NGZ
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