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Neuss
Warnung vor falschen Microsoft-Mitarbeitern

Neuss. Seit knapp einer Woche bekommt Lothar Krüger fast täglich Anrufe von Unbekannten. Mal ist es ein Mann, mal eine Frau. "Sie sprechen immer Englisch, und das Einzige, was ich deutlich verstehe, sind die Worte ,Microsoft' und ,PC'", erzählt der 72-Jährige, der in Bettikum wohnt. Wenn er darum bitte, mit jemandem verbunden zu werden, der Deutsch spreche, komme keine Reaktion am anderen Ende der Leitung. "Und wenn meine Frau und ich die Nummern, die immer eine ,90' in der Mitte haben, im Display sehen und den Anrufbeantworter anspringen lassen, spricht niemand drauf." Von Susanne Genath

Bei den Polizeibehörden in der Region ist die Masche bereits bekannt. Unter anderem im Kreis Viersen und im Oberbergischen haben die Beamten bereits vor betrügerischen Anrufen von angeblichen Service-Mitarbeitern der Firma Microsoft gewarnt. Die Anrufer behaupten, in den Windows-Programmen einen schweren Fehler entdeckt zu haben, der sich auch auf dem Rechner des Angerufenen befinde, sich aber mithilfe eines zu installierenden Programms schnell entfernen lasse.

"Damit lädt man sich dann aber erst Schadsoftware auf den Computer", hat Lothar Krüger bei einem Besuch bei der Neusser Polizei erfahren. Die kannte derartige Anrufe im Rhein-Kreis bislang nicht, aber ähnliche. "Die Betrüger geben sich als Mitarbeiter von Kreditinstituten, Telefonanbietern oder der Post aus und behaupten, Kundendaten abgleichen zu wollen", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. "Mal rufen sie an, mal schicken sie Emails." Der Rat sei in allen Fällen gleich: "Unbekannte Email-Absender sollte man löschen, Anrufe von Unbekannten nicht beantworten", so Arnold. "Firmen rufen nicht an, um einfach mal Kundendaten zu erfragen." Im Zweifel könne man auflegen, selbst die eigene Bank oder den Telefonanbieter anrufen und fragen, ob jemand angerufen habe. Lothar Krüger findet die Microsoft-Masche auch unlogisch: "Wenn jemand behauptet zu wissen, wo mein PC steht, warum ruft er mich dann auf Englisch an?", fragt er. Er legt mittlerweile einfach auf.

Quelle: NGZ
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