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Serie Was Macht Eigentlich ...?
"Wichtig ist es, gerne zu arbeiten"

Serie Was Macht Eigentlich ...?: "Wichtig ist es, gerne zu arbeiten"
Roman Konieczny zu Besuch im Rheinischen Landestheater: Für "Bella Ciao" hat er die Videosequenzen zusammengestellt. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Schauspieler Roman Konieczny fiel am RLT gleich mit seiner ersten Rolle auf: als Schüler Basini in der Inszenierung des "Törleß" von Marc Lunghuß 2009. Inzwischen ist er Ensemblemitglied am Staatstheater Saarbrücken. Von Helga Bittner

Gleich seine erste Rolle am RLT brachte ihn an Grenzen. Und die Auszeichnung für eine "herausragende schauspielerische Leistung" beim 25. Kinder- und Jugendtheatertreffen NRW "Westwind" in Dortmund. In Marc Lunghuß'_ Inszenierung "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" stand Roman Konieczny minutenlang als gedemütigter Schüler Basini auf der Bühne und sprach unter anderem mit einer Passage aus dem Buch "American Psycho" von Bret Easton Ellis einen Text, der es in sich hatte, der von Missbrauch und Gewalt erzählte und Zuschauer aus dem Raum trieb. "Dabei hatte ich gedacht, eher eine Randfigur zu spielen", sagt der Schauspieler heute.

Heute, sechs Jahre nach dieser Inszenierung, die als zweite die Intendanz unter Bettina Jahnke 2009 eröffnete; heute, nach einem Dutzend anderer Rollen, in denen Konieczny sein großes Schauspiel-Talent beweisen konnte: "Michael Kohlhaas", "Tschick", den Jack in "Titanic" oder den Teufel Stelzfuß in "Black Rider". In den vergangenen Jahren spielte er vor allem am Saarländischen Staatstheater, zu dessen Ensemble der 38-Jährige seit 2012 gehört und wo er gerade erst mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurde.

Roman Konieczny als Basini in der "Törleß"-Inszenierung. FOTO: B. Hickmannc

2011 hatte er das RLT verlassen. "Nicht weil ich mich nicht wohlfühlte", betont er. Aber zu der Zeit sei er ein eher rastloser Typ gewesen, wollte gerne und immer wieder etwas Neues ausprobieren. So wie zwei Jahre zuvor, als er das Kinder- und Jugendtheater Dortmund verließ, um in Neuss unter neuer Intendanz etwas Neues aufzubauen. Sein Plan 2012 war dann, frei zu arbeiten, sagt er.

Der aber ging in die Hose. Denn Konieczny bekam so viele Angebote, dass er fast mehr Zeit im Zug verbrachte als auf einer Bühne. "Nach einem Jahr wusste ich: Daran gehe ich kaputt." In Saarbrücken hatte er in einer Inszenierung der späteren Staatstheater-Generalintendantin Dagmar Schlingmann als Gast gespielt. "Das war mein Glück", sagt er, und als das Angebot kam, am Staatstheater Ensemble-Mitglied zu werden, hat er angenommen. Seit vier Jahren ist er dort, muss selbst lächeln angesichts dieser langen Zeit - wo er doch sonst spätestens nach zwei Jahren unruhig wurde und es ihn weitertrieb.

Ob er auch bleibt, wenn 2017 ein neuer Chef nach Saarbrücken kommt? Konieczny zuckt die Achseln. "Mal sehen, aber da bin ich ganz entspannt." Denn für ihn ist klar: "Ich mache auf jeden Fall weiter Theater." Früher sei es ihm wichtig gewesen, dass die nächste Bühne eine größere ist. Heute ist das egal: "Wichtiger ist, gerne zu arbeiten und dabei glücklich zu sein." Und auf unterschiedlichen Bühnen zu arbeiten - das hat er am RLT gelernt. Bei den Abstechern der Stücke, so dass es ihn heute gar nicht beunruhigt, wenn er sich auf einen unbekannten Spielort einlassen muss.

Der Schauspieler probiert sich immer noch gerne aus, fotografiert, hat angefangen, Videos für Inszenierungen "am Computer zusammenzubasteln". Zweimal war das auch schon in Neuss zu sehen: in "Für mich soll's rote Rosen regnen" und "Bella Ciao" - beide inszeniert von Katharina Schmidt, die Konieczny in seiner Neusser Zeit kennengelernt hat. Das führt ihn denn auch immer wieder zurück ans RLT. Ohnehin weiß er, was am Haus los ist, denn mit vielen Regisseuren, die am RLT inszenieren, arbeitet er auch in Saarbrücken: Antje Thoms zum Beispiel oder Catherina Fillers. Und mit "Törleß"-Regisseur Lunghuß ist er heute gut befreundet.

Quelle: NGZ
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