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Neuss
Zirkus und Theater für Flüchtlingskinder

Neuss: Zirkus und Theater für Flüchtlingskinder
Vorfreude auf Projekt (v.l.): Ulrike Pütter vom Off-Theater, Ursel Hebben von der VHS und die städtische Mitarbeiterin Sandra Grüttner-Omurca. FOTO: woi
Neuss. Mit dem Projekt "talentCAMPus" will die VHS in den Sommerferien Flüchtlingskindern Zugang zu kultureller Bildung verschaffen. Von Simon Janssen

"Hereinspaziert", heißt es bald auf der großen Wiese hinter dem Flüchtlingsheim am Berghäuschensweg - am 10. Juli wird dort ein großes Zelt aufgebaut, in dem Flüchtlingskinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren für eine Woche in die Rollen von Zirkusartisten schlüpfen können. "Cirque du Neuss" ist Teil des Projektes "talentCAMPus" - ein Ferienbildungsprogramm der Volkshochschulen und lokalen Unterstützern.

"Verschiedene Bündnispartner aus der Kommune vernetzen sich bei dem Projekt und bringen ihre Ideen ein", sagt Ursel Hebben von der Volkshochschule Neuss. Das Projekt "talentCAMPus" ist Teil des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung", mit dem das Bundesministerium außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen fördert, die aus Verhältnissen kommen, die den Zugang zu Bildung erschweren.

2013 startete die VHS in Neuss das Projekt mit den Bündnispartnern Geschwister-Scholl-Haus und Off-Theater - zunächst nur für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Im vergangenen Jahr kam schließlich das Übergangswohnheim für Flüchtlinge am Berghäuschensweg als weiterer Bündnispartner hinzu - und der Fokus rückte in Richtung Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund. Rund 20 Teilnehmer probierten sich bereits 2015 als Schauspieler und Artisten - derzeit läuft die Anmeldephase für das anstehende Sommerferien-Programm.

Neben dem "Cirque du Neuss" wird in diesem Jahr auch ein zweiwöchiges Theaterprojekt namens "Am Ende des Regenbogens" im Geschwister-Scholl-Haus realisiert. Was die kleinen Schauspieler dabei erlernt haben, zeigen sie am Samstag, 30. Juli, im Pauline-Sels-Saal des Romaneum bei einer Vorführung. Ein vorgefertigtes Theaterstück wird es nicht geben - Eigeninitiative und Kreativität sind gefragt. "Die Kinder sollen selber entscheiden, was sie aufführen", sagt Sandra Grüttner-Omurca vom Integrationsbüro der Stadt Neuss. "Es geht darum, die Fantasie anzuregen", führt Ulrike Pütter vom Off-Theater aus. Die Betreuung übernehmen Ehrenamtler.

Um möglichen Kommunikationsbarrieren vorzubeugen, wird bei dem Projekt unter anderem ein arabischsprachiger Betreuer vor Ort sein - auch ein Tanzpädagoge wird die Teilnehmer schulen. "Im vergangenen Jahr haben Kinder teilgenommen, die gerade erst in Deutschland waren - und es hat wunderbar funktioniert. Die Kinder helfen sich nämlich auch untereinander" sagt Sandra Grüttner-Omurc.

Laut Ursel Hebben, die darauf aufmerksam macht, dass nicht nur Flüchtlingskinder, sondern auch Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft an dem Theater- und Zirkusprojekt teilnehmen können, funktioniere kulturelle Bildung nicht nur über Sprache: "Im Zirkus oder beim Theater sind ganz andere Fähigkeiten gefragt. Dabei treffen sich die Kinder auf einer anderen Ebene und kommunizieren so miteinander."

Quelle: NGZ
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