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Radevormwald
Anton ist der neue Star der Pusteblume

Radevormwald: Anton ist der neue Star der Pusteblume
Ella und Anton haben Augenkontakt aufgebaut. Emilia und Maximilian beobachten die Szenerie. Der Kita-Hund wohnt bei Katrin Pfeiffer und wird von ihr auch erzogen. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Der Eltern-Initiativkindergarten Pusteblume hat Zuwachs bekommen. Der drei Monate alte Golden Retriever ist seit kurzem Teil der Kindergarten-Arbeit. Kita-Leiterin Katrin Pfeiffer bringt ihn täglich mit zur Arbeit an die Rochollstraße. Von Wolfgang Scholl

Anton ist zwölf Wochen alt und liegt bei Katrin Pfeiffer im Büro und schläft. Der Golden-Retriever-Welpe hat sich in den vergangenen beiden Wochen bereits an die Kindergarten-Atmosphäre mit Lautstärke und Unruhe gewöhnt. "Seine Eltern sind Therapiehunde und es gewöhnt, geduldig und abwartend zu sein. Das merkt man auch schon bei dem kleinen Hund", sagt Kindergartenleiterin Katrin Pfeiffer. Zwar versucht "Anton" natürlich, so oft es geht, die Welt zu entdecken, er bleibt aber trotzdem vorsichtig abwartend, ist die erste Erfahrung. Dazu bleibt er in nächster Zeit in dem großen, mehrstöckigen Haus erst einmal an der Leine.

Geduld. Das ist auch für die Kinder im Umgang mit dem Welpen sehr wichtig. Als der lange erwartete Kita-Hund endlich erstmals mitgebracht wurde, hieß es für die Kinder auch abzuwarten. "Wir wollen es auf beiden Seiten schaffen, den ruhigen Umgang miteinander zu lernen", sagt Katrin Pfeiffer. Das Streicheln ist deshalb für die Kinder, auch wenn es schwerfällt, nur nach Erlaubnis möglich. Anton soll so erzogen werden, dass er auch nicht automatisch hinter einem geworfenem Spielzeug herläuft, sondern nur auf Kommando.

"Es ist unser Prinzip, dass Hund, Erzieher, Eltern und Besucher sich an die Regeln halten werden. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagt die Kita-Leiterin, die auch schon erste sehr positive Erfahrungen auf Seiten der Kinder gemacht hat. Ein Mädchen, das im Alter von zwei Jahren als eher zurückhaltend gilt, hat sich im Beisein des Hundes erstmalig offen mit der Kita-Leiterin unterhalten. Die Emotionalität, die durch den Kontakt zu dem Tier entsteht, hat auch bei einem anderen Mädchen eine Sprechbarriere gelöst und zu einer nicht erwarteten schnellen Sprachentwicklung geführt.

Anton bedeutet auch schon für die kleinen Kinder ein Stück Verantwortung. Alle sollen lernen, für das Tier Verantwortung zu übernehmen. Dabei lernen die Kinder, nicht einfach auf einen Hund zuzugehen und ihn zu berühren. Mutigen Kindern soll die Vorsicht vor einem Hund beigebracht werden, ängstliche Kinder sollen die Scheu verlieren, aber ohne den Abstand zum Tier aufzugeben. "Immer wieder haben wir erfahren, dass Kinder auch auf dem Land wie bei uns in Rade eher wenig mit Tieren und der Natur in Verbindung kommen", weiß Katrin Pfeiffer, die seit der Gründung im Jahr 1996 mit der Elterninitiative verbunden ist.

Die Natur spielt bei dem vierzügigen Haus mit 75 Kindern im Alter von null bis sechs Jahren (15 unter drei Jahre) eine große Rolle. Bei Exkursionen lernen die Kinder, einen Blick für die Natur zu entwickeln. Beliebt ist auch der große, naturnah gestalteten Garten mit dem Insekten-Hotel.

Zunehmend legen die 15 Mitarbeiter (zusätzlich eigenes Küchenpersonal) einen Schwerpunkt auch auf die Bewegung der Kinder. Zwar gab es schon seit der Gründung Kinder auch im Babyalter, bei jetzt 15 Kleinen unter Drei bekommt die Bewegungsförderung eine noch größere Bedeutung. Zeichen dafür ist das große Niedrig-Seil-Kletter-Element mit mehreren Stationen.

Anton lässt sich im Büro von Katrin Pfeiffer nicht stören. Demnächst wird er sich an 17 neue neugierige Kinder gewöhnen. "Wir haben alle Plätze besetzt und sind mit 77 Kindern vertretbar überbelegt", sagt Katrin Pfeiffer, die auch auf die Warteliste verweist.

Quelle: RP
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