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Radevormwald
Eine musikalische Reise voller Gefühl

Radevormwald: Eine musikalische Reise voller Gefühl
Beim Herbstkonzert zeigte das Feuerwehrorchester unter dem Dirigat von Federico Ferrari (vorne) im Radevormwalder Bürgerhaus sein vielseitiges Können. Das Publikum forderte am Ende Zugaben und verabschiedete die Musiker und den neuen Leiter unter endlosem Applaus. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Das Feuerwehrorchester Radevormwald begeisterte auch unter dem neuen Dirigenten sein Publikum. Von Theresa Demski

Am Ende stehen die Zuschauer jubelnd im Bürgerhaus. Sie sind von ihren Stühlen aufgesprungen, "Bravo"-Rufe sind zu hören und selbst nach drei Zugaben wollen sie noch eine vierte. Federico Ferrari strahlt, witzelt mit seinen Musikern und wirft seinen Solisten Kusshände zu. Das Feuerwehrorchester Radevormwald hat es geschafft: Das erste Konzert unter neuem Dirigat wird bejubelt wie das letzte unter Thomas Klöckner im März. Nach 30 Jahren hat das Ensemble einen neuen musikalischen Leiter. Und der hat sein Orchester zwei Stunden lang durch ein gefühlsbetontes Konzert geleitet.

Der neue Dirigent Federico Ferrari sei so temperamentvoll wie das gleichnamige Auto, bescheinigen ihm die Orchestermitglieder bereits zu Beginn. Und das merkt der Zuschauer schnell: Ferrari fühlt die Musik. Er nimmt sich Zeit. Bevor er die Hände hebt und seinen Musikern das Zeichen gibt, anzustimmen, geht er in sich. Das dauert manchmal fast 30 Sekunden. Dann schweigt das Publikum - und in den Gesichtern der Zuschauer wie in den Augen der Orchestermitglieder taucht nach der Irritation diese gespannte Erwartung auf.

Ferrari scheint das Stück im Geiste durchzugehen, klopft sich dann aufs Herz und gibt das ersehnte Zeichen. Und schon beginnt eine musikalische Reise nach Mittelerde. Fünf Sätze in einem Stück ermöglichen dem Zuhörer viele verschiedene Begegnungen mit Figuren aus dem "Herrn der Ringe". Gandalf, der Elfenwald, Gollum: Die Musik des Orchesters scheint Bilder zu malen. Es gibt kaum ein Instrument, das bei diesem Stück nicht seinen großen Auftritt hat. Flöten, Schlaginstrumente, Oboe, Tuba, Posaunen: Motivreich zeigen die Musiker ihr Können. Am Ende kommt sogar der Triangel bei einem wilden Finale groß raus.

Zu einer Reise von Mittelerde nach England lädt das Orchester seine Musiker dann ein, bevor es weiter in die Alpen geht: Den Musikern und ihrem Dirigenten gelingt es, die Weiten Yorkshires ebenso zu malen wie ein dramatisches Gewitter in den Bergen. Die Trompeten schicken Grüße von Bergwiesen, und schließlich entlocken die Trompeter ihren Instrumenten ungewöhnliche, fast klagende Laute. Am Ende ist der Applaus für die engagierten Solisten riesig, Federico Ferrari lässt jeden von ihnen aufstehen und sich ihren Applaus abholen.

Der zweite Teil beginnt mit einem Paukenschlag und einem italienischen Marsch, bevor die Hörner ihren großen Auftritt haben. Vier Solisten spielen feine orchestrale Musik, bringen Bigband-Töne ins Bürgerhaus und werden von einem starken Schlagzeuger unterstützt. Ohnehin präsentieren die Musiker ihrem Publikum ein Konzert, bei dem Schlagzeuger ganz schön ins Schwitzen kommen. Aber der Einsatz aus der letzten Reihe lohnt sich und klingt nach. Bevor die Musiker ins große Finale gehen, reisen sich klangreich durch New York. Mit einem Medley von Robbie Williams-Stücken wollen sich die Musiker verabschieden, aber drei Zugaben leiern die Zuhörer den Musikern aus den Rippen. Endloser Applaus. Stehende Ovationen.

Quelle: RP
 
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