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Radevormwald
Fusion der Sparkassen vor 25 Jahren

Radevormwald. Seit dem 1. Juli 1991 sind die beiden Stadtsparkassen von Radevormwald und Hückeswagen gemeinsam als eine Sparkasse am Markt. Damals lag die Bilanzsumme bei 623 Millionen Mark, für 2016 werden 565 Millionen Euro geschätzt. Von Wolfgang Scholl

Der Weggang von Vorstandsmitglied Lothar Marienhagen aus Hückeswagen nach Langenfeld war vor mehr als 25 Jahren der Auslöser, über eine Fusion der beiden Stadtsparkassen von Rade und Hückeswagen nachzudenken. Zum 1. Juli 1991 erfolgte der Vollzug. Die Bilanzsummen von 450 Millionen Mark in Rade und 173 Millionen in Hückeswagen machten es einfach, "aus einer starken Position heraus die Weichen in eine gemeinsame Richtung zu stellen", sagt Vorstandssprecher Michael Kühl. Gespräche in Richtung Wermelskirchen seien dort nicht gewünscht gewesen, die Kreissparkasse Köln war kein Thema.

Es sei eine gute Entscheidung gewesen. "Weil Hückeswagen das Marienhospital, die Polizei und seinen Energieversorger verloren hatte, war diese Entscheidung für die Stadt wichtig", sagt Michael Scholz, schon damals Marketingleiter der Sparkasse Radevormwald und ergänzt, "für die Hückeswagener war es wichtig, dass sie sagen konnten "unsere Sparkasse bleibt erhalten'." Aus wirtschaftlicher Sicht war wichtig, dass sich mit Hückeswagen eine einlagenlastige Sparkasse und mit Rade eine kreditlastige Sparkasse zusammentaten. Das Ziel, eigenständig zu bleiben, ist in den vergangenen Jahren vom Vorstand immer als erklärtes Ziel ausgegeben worden. "Damals wie heute ist die Sparkasse lokal vor Ort der Marktführer im Finanzdienstleistungsbereich mit mehr als 50 Prozent Marktanteilen", teilt der Vorstand mit. Nachdem die Bilanzsumme der Sparkasse 2013 bei 563 Millionen Euro lag, war sie 2014 auf 537 Millionen Euro zurückgegangen. Die Zahlen für 2015 sind noch nicht testiert. Für 2016 erwartet das Haus hochgerechnet eine Bilanzsumme von 565 Millionen Euro, berichten Michael Kühl und Thomas Palus, der seit dem 1. Januar der Marktverantwortliche im Vorstand der Sparkasse ist.

Die Wechsel mehrerer Vorstandsmitglieder in den vergangenen Jahren kommentierte Michael Kühl damit, dass auch das Sparkassengeschäft in den vergangenen zehn Jahren eine höhere Dynamik bekommen habe.

Während die Zahl der Mitarbeiter 1991 noch bei 145 lag, ist sie heute bei 132. "Vorruhestandsregelungen für einige Kollegen sind vor kurzem wirksam geworden", sagt Michael Scholz. Die Nähe der Kollegen vor Ort wird weiter als sehr wichtiger Faktor angesehen. Bei seinem Arbeitsantritt zum 1. Januar dieses Jahres hatte Thomas Palus seine und die Präsenz seiner Mitarbeiter bei den Kunden als vordringlich angesehen. "Das müssen wir weiter ausbauen", sagt er.

Den Blick auf die Zukunft sieht Thomas Palus als positiv, weil zahlreiche Traditionsunternehmen am Standort Radevormwald oder Hückeswagen festhalten und dort expandieren. Als Beispiel nennt er Gira und Pflitsch. Michael Kühl bezeichnet die Gegenwart als sehr intensiv. "Wir sind alle Pioniere", sagt er. Früher sei die Konjunktur in Zyklen verlaufen, für eine Null-Zins-Phase wie heute gibt es noch keine Referenzen, ebenso wie für den Brexit, den Ausstieg Großbritanniens aus der EU.

Viele Unternehmer sprächen aktuell von einem positiven Umfeld. "Die Zukunft liegt aber im Nebel", sagen die beiden Vorstandsmitglieder. Fragen nach der Zukunft könne kaum jemand beantworten. "Viele Unternehmen fahren deshalb mit ihren Investitionen auf Sicht", sagt Thomas Palus.

Mit dem Brexit soll sich im Herbst 2016 eine Kundenveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen beschäftigen. Privatkunden sei es derzeit schwierig zu erklären, dass Sparen absolut notwendig ist. "Vielleicht sogar noch notwendiger als in früheren Zeiten. Wenn man seine früher gesteckten Ziele erreichen will, muss man mehr zurücklegen", sagt Michael Kühl. Mit zwei Sonderprogrammen im Einlagen- und Kreditgeschäft wendet sich die Sparkasse zum Jubiläum an ihre Kunden.

Quelle: RP
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