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Radevormwald
Grundschulen müssen Konzept vorlegen

Radevormwald. Die Zeit drängt: Im Februar 2018 soll die Politik die Weichen für einen Schulneubau als Bildungshaus mit Kita stellen.

VON JOACHIM RÜTTGEN RADEVORMWALD Die kommenden Monate werden für die drei Grundschulen eine arbeitsintensive Zeit. Denn um den von den Schulentwicklungsberatern Heinz Gniostko und Dr. Detlef Garbe im Schulausschuss vorgeschlagenen Schulneubau als Bildungshaus mit Platz für eine Grundschule und eine Kindertagesstätte zu realisieren, bedarf es bis Februar 2018 eines pädagogischen Konzeptes. "Wir als Schulträger erwarten jetzt, dass sich die Leitungen der Grundschulen an einen Tisch setzen und sich strategische Gedanken machen, welche Schule sich vorstellen kann, in so ein Bildungshaus zu ziehen und mit welchem pädagogischen Konzept", sagt Schulamtsleiter Jürgen Funke.

Noch vor der Ratssitzung (26. September) werde es ein Treffen der Stadtverwaltung mit den Schulen geben. "Wir haben alle keine Erfahrung mit so einem Großprojekt", sagt Funke. Niemand wisse, wie so etwas funktionieren kann. Da sei es wichtig, die Leitungen der Schulen auf dem Weg zu begleiten, denn der Zeitdruck sei groß. Funke ist wichtig, dass alle Grundschulen den Prozess begleiten, auch wenn nur eine in das neue Bildungshaus ziehen wird.

Favoriten seien die Katholische Grundschule (KGS) Lindenbaum, die jedes Jahr bis zu 16 Kinder ablehnen muss, und die Gemeinschaftgrundschule (GGS) Stadt. "Aber Bergerhof/Wupper muss es mittragen, und alle gemeinsam müssen an einem Strang ziehen", fordert Funke. Vor allem die OGS-Betreuung bekomme in Zukunft eine immer größere Bedeutung. Dieser Bereich werde sich stark verändern, und da werde man auch beim Personal nachjustieren müssen.

In Zukunft gebe es immer mehr Kinder, die nachmittags länger betreut werden müssen. Die externen Berater hätten vorgeschlagen, die Zeit nachmittags nicht nur einfach additiv oben drauf zu setzen, sondern eine Gesamtheit entstehen zu lassen (zum Beispiel Unterricht vormittags und nachmittags und dazwischen die Hausaufgabenbetreuung). "Wir wollen die Qualität sichern - inhaltlich und pädagogisch", sagt Funke.

Der Schulamtsleiter hat den Eindruck, dass die Grundschulen den Prozess gerne begleiten, weil sie die Chance sehen, ihre Schule inhaltlich nach vorne zu bringen. In der Diskussion um den Schulneubau spielen für ihn auch die Raumkonzepte eine wichtige Rolle, denn während es an der Wupper genügend Platz gibt, wird es in Bergerhof schon eng. Die GGS Stadt habe nur begrenzt Platz für die OGS, und an der KGS sei es extrem eng.

"Da müssen wir gewappnet sein und unsere Wünsche im Konzept festhalten", sagt Funke. Bei der Standortfrage hält sich der Schulamtsleiter noch zurück. Diese Diskussion sei zu früh, so lange nicht feststeht, welche Schule in das neue Gebäude zieht und mit welchem Konzept. Wichtige Kriterien bei der Suche nach einem Standort sind für Funke die verkehrstechnische Erreichbarkeit, die Kosten für die Schulbeförderung und wem das Grundstück gehört.

"Wir müssen mit den Schulen klären, wie groß das Grundstück sein muss und ob wir eine zwei- oder eine dreizügige Schule haben wollen", sagt Funke. Unklar sei auch, ob man eine neue Schule auf der grünen Wiese bauen will oder auf einem städtischen Grundstück mit vielleicht komplizierterer Anfahrt für die Schüler. "Sinnvoll für ein Bildungshaus wäre, dazu eine Sporthalle zu bauen", sagt Funke. Denn wenn die KGS aufgegeben werde, würde man vielleicht auch auf die Turnhalle Bredderstraße verzichten.

Funke kündigt an, dass die Stadt den Schulen bei der Erstellung eines pädagogischen Konzeptes helfen wird. Wenn das Konzept steht, soll ein externer Experte beauftragt werden, das Bildungshaus, das nach Angaben von Gniostko fünf bis sechs Millionen Euro kosten könnte, zu planen. "Dann spätestens sollte auch der Standort festgelegt werden", sagt Funke. Seitdem bekannt ist, dass die Stadt eine Fläche für ein Bildungshaus sucht, rückt auch das Gelände der ehemaligen GGS Blumenstraße wieder in den Blick.

"Das ist ein städtisches Gebäude, aber platzmäßig begrenzt mit wenig Freifläche und reichlich teuer im Abriss", sagt Funke. Wenn die Stadt aber die Grundstücke Blumenstraße und Bredderstraße verkaufen würde, wäre eventuell ein Neubau auf der grünen Wiese machbar. Dann müsste man sich aber Gedanken um die Unterbringung der Flüchtlinge machen. Fest steht: Wenn eine Grundschule in das neue Bildungshaus zieht, wird zeitgleich eine neue Kindertagesstätte für das neue Haus gegründet, denn die Stadt hat zu wenig U3-Plätze.

"Uns fehlen 40 Plätze, der Bedarf ist vorhanden", sagt Funke. Die neue Kita würde nicht unter städtischer Trägerschaft laufen, sondern die Stadt würde sich einen Träger suchen und die Kosten zu 100 Prozent übernehmen. Zusammen mit einigen Tagesmüttern, die die Stadt jüngst gewinnen konnte, strebt Funke damit an, alle Ansprüche für Kindergarten und OGS sicherzustellen. "Es ist ein großes, aber machbares und realistisches Ziel", sagt er.

Quelle: RP
 
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