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Radevormwald
Nachbarstreit endet vor Amtsgericht

Radevormwald. "Auf ein Bier" waren drei miteinander befreundete Nachbarn an einem Abend im März in den Wupperortschaften zusammengekommen. Von Brigitte Neuschäfer

Aus dem einen Bier wurden mehrere, es entwickelte sich ein fröhliches Gelage - und heraus kam dabei, im wahren Sinne des Wortes, eine Schnapsidee: Die drei Freunde entschieden sich zu fortgeschrittener Stunde, zu einem anderen Nachbarn, mit dem es schon länger Probleme gegeben hatte, zu gehen und dem mal gehörig "den Marsch zu blasen". Denn der ungeliebte Nachbar hatte kurz zuvor dem erst zehnjährigen Sohn von einem der drei Männer Hausverbot in einem ihm gehörenden Mietshaus erteilt. Das beleidigte nun wiederum den Vater des Kindes und empörte dessen Freunde.

Das Ende vom Lied: Die drei Freunde, alle bis dahin unbescholtene Männer im gesetzten mittleren Alter, mussten sich jetzt erstmals in ihrem Leben vor dem Strafrichter am Amtsgericht in Wipperfürth verantworten. Die Anklagevorwürfe lauteten auf Beleidigung und Bedrohung. Hintergrund: Als das Trio an dem Abend im März am Haus des "bösen" Nachbarn angekommen war, kam es dort zum Streit. Videoaufnahmen belegen, dass das Trio offensichtlich angetrunken war, als sie den Nachbarn übelst beschimpften - "Blödmann" war da noch der freundlichste Ausdruck -, und ihm Schläge androhten.

Der so bedrohte 51-Jährige erstattete bei der Polizei Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein, und die letzte Konsequenz war die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht, nachdem sich die nun Angeklagten zuvor bei den polizeilichen Vernehmungen nicht zu den Tatvorwürfen geäußert hatten. Viel sagten sie auch vor Gericht nicht aus, ließen aber über ihren Anwalt erklären, dass ihnen bei dem Streit "das ein' oder andere Schimpfwort rausgerutscht" sei und ihnen das im Nachhinein natürlich leidtue. Es solle auch nicht wieder vorkommen.

Seit dem Vorfall herrschen "Ruhe und Frieden" in der Wohnsiedlung nahe der Wupper, betonte der Verteidiger. Das bestätigte der als Zeuge geladene 51-Jährige, der im Übrigen noch auf zivilrechtlichem Weg gegen die drei Freunde vorgehen will, auch wenn seit dem Märzabend nichts mehr vorgefallen sei. Gute Nachbarschaft sieht aber wohl anders aus. Mit Blick darauf, dass inzwischen Ruhe eingekehrt ist, stellte der Richter die Verfahren gegen die drei Angeklagten ein. Als "Denkzettel" muss jeder von ihnen hundert Euro an die Staatskasse zahlen. Sichtlich erleichtert stimmten die Männer der Einstellung zu.

Quelle: RP
 
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