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Radevormwald
Polizei und Schüler bitten um Rücksicht

Radevormwald. Polizeibeamte und Grundschüler der Katholischen Grundschule Lindenbaum (KGS) kontrollierten gestern Morgen Autofahrer an ihrer Schule und warben für besonders langsames Fahren vor Schulen und auf Schulwegen der Kinder. Von Marion Gerdel

Schulanfänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Mit den Gedanken schon beim kommenden Unterricht oder dem, was sie zu Hause von der Schule erzählen wollen, achten sie beim Überqueren der Straße nicht immer auf die vorüberfahrenden Autos.

Hier sind die Fahrzeugführer gerade in den kommenden Monaten besonders gefordert, auf die Kinder zu achten. Wer könnte ihnen dies besser vermitteln, als etwas ältere Grundschüler, die sich noch an ihre Anfängerzeit erinnern können? So ist die Schulbeginnaktion entstanden, die die KGS Lindenbaum in Zusammenarbeit mit Verkehrssicherheitsberatern der oberbergischen Polizei zu jedem Schulstart durchführt.

Gestern stoppten am zweiten Schultag und dem ersten Schultag der i-Dötzchen Schüler einer Klasse des dritten Jahrgangs mit Hilfe der beiden Polizisten Uwe Petsching und Hans Peter Schneider zufällig vorbeifahrende Autos im Bereich der Lindenbaumschule. Nach einer kurzen Erklärung der Beamten übernahmen es jeweils zwei Schüler, die Fahrer darüber zu informieren, dass heute Einschulung ist und die Autofahrer bitte besonders auf die Erstklässler Acht geben sollen. Außerdem übergaben sie den Fahrern jeweils ein Erinnerungskärtchen mit dem plakativen Hinweis "Pass auf mich auf !!!"

"Die heutigen Erstklässer haben in den meisten Fällen schon als Vorschulkinder mit uns geübt, aber sie sind halt noch nicht so sicher im Straßenverkehr", sagte Hans Peter Schneider und unterstrich damit die Bedeutung der Aktion.

Viele der angesprochenen Fahrer erzählten den Jungen und Mädchen davon, dass sie selber Kinder oder Enkel haben, die gerade neu in die Schule gekommen sind und dankten den Drittklässlern für deren Engagement. Solche Aussagen der Autofahrer nahmen den Kindern schnell die anfänglich doch recht großen Hemmungen, einfach fremde Erwachsene anzusprechen und ihnen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen. "Das war am Anfang schon komisch", meinten Sophie und Nele. "Sowas machen wir ja auch nicht jeden Tag. Aber die Leute waren echt nett."

So wie auch Uli Frank, der zu den angesprochenen Autofahrern gehörte. "Ich finde das hier gut. Das ist genau die richtige Aktion", meinte er. "Aus meiner Erfahrung heraus wird viel zu wenig auf die Kinder geachtet."

30 Minuten lang stoppten die 22 Jungen und Mädchen mit den Beamten etwa 30 Fahrzeuge. "Von den Kindern angesprochen zu werden, ist für die Autofahrer schon etwas anderes, als wenn sie von uns als Polizisten auf die Schulanfänger aufmerksam gemacht werden", sagten die Beamten aus ihrer langjährigen Erfahrung. Und auch Nicole Walter als begleitende Lehrerin ist sich sicher, dass eine solche Aktion im Umfeld einer Schule für die meisten Fahrer nachhaltig und beeindruckend ist.

Quelle: RP
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