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Radevormwald
Post testet Elektroautos in Radevormwald

Radevormwald: Post testet Elektroautos in Radevormwald
Frank Mair stellt die Paketpost in Radevormwalder Außenbezirken wie hier in Filde am Landhaus zu. Unterwegs ist er mit einem der vier Elektroautos mit dem Namen "Street Scooter". FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Die Bergstadt ist einziger Versuchsstandort im Bergischen Land. In den Außenbezirken werden Fahrzeuge eingesetzt. Von Marion Gerdel

Seit einigen Wochen hört man den Briefträger im Randgebiet wie in Filde nicht mehr kommen. Frank Mair bringt die Post seit einigen Wochen mit dem neuen Elektroauto "Street Scooter" zu seinen Kunden. "Das Auto ist für mich eine echte Erleichterung", sagt der Zusteller, der seit 37 Jahren dafür sorgt, dass die Bewohner der Randbezirke mit Post versorgt werden.

Angefangen hat er noch mit einem VW-Käfer. Er hat seither nahezu jedes Auto gefahren, das im Fuhrpark seines Arbeitgebers vorhanden war. Sein letztes Dienstfahrzeug, ein VW-Caddy Diesel, musste turnusmäßig ausgetauscht werden. Statt des geplanten VW-Busses bekam Mair bei der geplanten Umstellung von Postautos auf Elektromobile den vierten Street-Scooter zugeteilt.

"Das Auto ist für jeden Postzusteller eine echte Erleichterung", freut er sich über den Wagen. "Ich steige jeden Tag knapp 200 Mal ein und aus, fahre an, schalte bis in den vierten Gang, um wieder anzuhalten. Mit diesem Auto, mit einem Automatikgetriebe, entfällt das lästige Schalten. Mein linkes Knie freut sich sichtlich", erzählt er. Auch die niedrige Einstiegshöhe und vor allem die große Ladefläche, die von drei Seiten erreichbar ist, finden großen Anklang. "Mit dem alten Auto war es beim Beladen manchmal schon wie beim Tetris-Spiel. Nun passt alles problemlos hinein."

Dafür muss er jetzt beim Fahren an andere Dinge denken. Da das Elektromobil keine Fahrgeräusche produziert, wird es auch schlechter wahrgenommen. "Auf meiner Tour begegne ich öfter Wandergruppen. Wenn ich von hinten auf die zukomme, habe ich mir angewöhnt, schon von weitem zu hupen, um auf mich aufmerksam zu machen", sagt Frank Mair.

2011 plante die Post, ihren durch die vielen Fahrzeuge sehr hohen CO2-Verbrauch zu senken und auf Elektrofahrzeuge umzustellen. "Wir haben bei fast allen namhaften Autoherstellen angefragt, ob diese ein Fahrzeug nach unseren Vorstellungen bauen könnten, kamen aber nicht zum Erfolg. Dann haben wir von einem Start-up-Unternehmen der TU Aachen gehört, die die Entwicklung von Elektroautos vorantreiben wollte und sind in Verbindung getreten", erzählt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutsche Post AG.

Die Kooperation war so erfolgreich, dass die Post das Unternehmen Ende 2014 gekauft hat und somit autarker Autohersteller geworden ist. Der Street-Scooter ist eine absolut eigene Entwicklung, die auf keiner anderen, bereits existierenden Marke aufgebaut ist. Dass die Entwicklung in nur drei Jahren gelang, sieht man als Erfolg für die Post, die diesen Weg weiter ausbauen will. Bald sollen auch eigene Elektrofahrräder und Paketautos gebaut werden. Permanente Weiterentwicklung ist selbstverständlich. "Aktuell ist die Reichweite des Akkus Thema Nummer eins", sagt Rainer Ernzer, aber auch Wünsche, Ideen und Anregungen der Postzusteller, die die Stärken und Schwächen aus erster Hand erleben, werden, wenn möglich, umgesetzt.

Quelle: RP
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