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Radevormwald
Schleppjagd mit den Foxhounds

Radevormwald. Saisonauftakt in der Ortschaft Weyer. Zwölf Reiter beim jagdlichen Ausritt. Von Cristina Segovia-Buendía

Zum jagdlichen Ausritt durch Radevormwald mit Hundemeute und Pferden lud gestern der Schleppjagdverein Sauerland ein. Der Ausritt am stillen, österlichen Feiertag markiert den Saisonauftakt und gehört zu einer langen Tradition des Vereins, der gestern allerdings erstmals in Radevormwald selbst statt im Münsterland stattfand.

Diane Kleinschmidt ist mit der Schleppjagd aufgewachsen: "Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich etwa sechs Jahre alt war, nahmen 80 bis 100 Reiter an der Jagd teil", erzählt die heute 37-Jährige. Bei der Schleppjagd geht es vereinfach darum, eine Duftspur (Schleppe) für die Hundemeute zu legen, der sie, mit den Reitern im Gefolge, nachlaufen.

Gestern waren es gerade einmal zwölf Reiter, die ihrer Pferde sattelten und durch Wälder und Ländereien der Radevormwalder Ortschaft Weyer der trainierten Hundemeute hinterher ritten. Die Teilnehmerzahlen werden, obwohl der Verein offiziell 80 Mitglieder zählt, immer geringer, weil es sich bei der Schleppjagd um ein sehr aufwendiges und zeitintensives Hobby handelt.

Zum Herzstück eines solchen Vereins zählt die vereinseigene Meute, die gepflegt sein will. Zurzeit besteht diese aus 22 reinrassigen englischen Foxhounds. Hunde, die in einem festen Gruppenverband auf dem Grundstück von Familie Kleinschmidt leben. Hier kümmert sich vor allem Vater Helmut Kleinschmidt, Vorsitzender des Vereins, um die Tiere. "Es ist eine vergleichsweise kleine Meute. In größeren Vereinen werden zwischen 50 und 60 Hunde gehalten." Gezüchtet wird hier nur für den eigenen Bedarf. "Nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen geben wir Tiere an Privatleute ab." Denn eigentlich sind die Foxhounds Jagd- und Rudeltiere, die auch so gehalten werden wollen.

Bei Kleinschmidts werden sie zweimal täglich gefüttert und zwei Mal am Tag wird der Kennel saubergemacht. "Täglich werden sie auch zu Fuß auch bewegt." Aufgaben, die Helmut Kleinschmidt übernimmt und die nicht nur kostspielig, sondern auch zeitaufwendig sind. Auf ihren Vater, erzählt die 37-Jährige, höre die Meute daher besonders gut. "Alle Hunde haben einen Namen und auch eine Eigenart, die man kennen muss, um mit ihnen arbeiten zu können." Die tägliche Ansprache sei wichtig. Auch sie, zur Jointmasterin (Jagdherrin) aufgestiegen, versucht den Kontakt zu den Hunden aufrechtzuerhalten, obwohl die 37-jährige Tierärztin mittlerweile in Osnabrück lebt und arbeitet. "Aber ich bin fast jedes Wochenende hier, und die Tiere vergessen einen nicht so schnell." Als Frau vom Fach ist es ihr besonders wichtig, dass es den Hunden gut geht. Bis zu zehn Jahren sind die Hunde bei der Schleppjagd aktiv, "danach zeigen sie meist von sich aus, dass sie keine Lust mehr haben." Sie gehen dann zwar nicht mehr mit, bleiben aber weiter in der Meute integriert.

Quelle: RP
 
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