| 00.00 Uhr

Brauchtum
Burger Brezel für i-Dötzchen

Radevormwald. BERGISCHES LAND (das) Für die Kinder ist die Einschulung ein großes und wichtiges Ereignis. Nicht nur wegen der riesigen Schultüte. Im Bergischen Land jedoch genügt das nicht, viele Kinder der Region haben an ihrem ersten Schultag eine Burger Brezel um ihren Hals hängen.

"Sie ist ein fester Bestandteil der hiesigen Kultur. So geben wir den Kindern ein Stück Heimat mit auf den Weg", erklärt Thomas Goetzen, Mitglied des Arbeitskreises Burger Brezel. Dieser kleine Verbund ist ein Teil der Vereinigung "Slow Food", eine nationale und internationale Gruppe, die sich für traditionelle Gerichte einzelner Kulturen interessiert.

So ist die Burger Brezel auch in die "Arche des Geschmacks" aufgenommen wurden. Dabei handelt es sich um ein Programm, in dem für den Erhalt von regionalen Nischenlebensmitteln gekämpft wird.

"Diese Backware hat eine spannende Geschichte", erzählt Olaf Link, Arbeitskreis-Mitglied und Autor regionalgeschichtlicher Bücher. Durch einen französischen Soldaten gelangte das Rezept um 1795 ins Bergische. Zu Hoch-Zeiten gab es mehr als 30 Brezel-Bäcker in Burg - mittlerweile sind es noch zwei, die nur auf Anfrage backen: Dieter Büscher (Café Burghof) und die Familie Zollmarsch (Bäckerei Veith), die schon seit vier Generationen das Süßgebäck herstellt.

Der Brauch, den i-Dötzchen eine Brezel mit auf den Weg zu geben, existiert seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand er, bis er vor wenigen Jahren vom Arbeitskreis wieder zum Leben erweckt wurde. Schulen auch in Radevormwald können sich für die Vergabe der Brezeln anmelden. Pro Schüler kostet eine Brezel 1,50 Euro. Der Arbeitskreis sucht immer nach weiteren Sponsoren, die dem Beispiel des Waffelhauses in Oberburg folgen und sich für die Erhaltung und Verbreitung der Burger Brezel einsetzen möchten.

www.burger-brezel.info

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Brauchtum: Burger Brezel für i-Dötzchen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.