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Radevormwald/Remscheid
Trio rettet Mann aus Wupper-Talsperre

Radevormwald/Remscheid: Trio rettet Mann aus Wupper-Talsperre
Tom Dickel (v.l.), Dennis Wiesemann und Dustin Meyer griffen beherzt zu und halfen, den Mann zu retten. FOTO: wos
Radevormwald/Remscheid. Ein Trio aus Remscheid hat an der Kräwinklerbrücke am späten Dienstag einen Mann mit einem Boot aus der Wupper-Talsperre an Land gezogen. Der Mann hatte den Kontakt zu seinem Boot verloren, wollte es holen und verlor die Kraft. Von Wolfgang Scholl

Glimpflich ging am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr ein Notfall an der Wupper-Talsperre aus. Ein 59-jähriger Remscheider, der vermutlich einen Krampf im Wasser erlitten hatte und dadurch seine Kraft verlor, wurde mit einem Boot von zwei jungen Männern aus Remscheid an Land gezogen und gerettet.

Die Wupper-Talsperre führt Ende Juni so viel Wasser wie sonst nur selten im Frühjahr bei einem geplanten Vollstau. Die Bootsstege in Kräwinklerbrücke - hier der für die Rettungsboote - sind schnell zu erreichen. FOTO: wos

Im Bereich zwischen der Freizeitanlage "Kräwi" und der Brücke hatte der Verunglückte in der Dämmerung sein großes Modellboot fahren lassen. "Er hat wohl den Funkkontakt zu seinem Boot verloren", berichtete Nils Paas, Einsatzleiter der Rader Feuerwehr, die über den Notruf nach Kräwinklerbrücke gerufen worden war. Als die Freiwilligen Feuerwehrleute der Einheiten Stadt und Herbeck und die Tauchergruppe von Feuerwehr und DLRG am Unfallort eintrafen, waren der Verletzte und seine Tochter bereits am Ufer angelangt. Eine Rettungswagenbesatzung aus Rade versorgte und brachte ihn später in ein Krankenhaus. Die Tochter war ihrem Vater ins Wasser gefolgt, als dieser um Hilfe rief.

"Wir saßen hinter dem Wendehammer am Ufer der Talsperre, als wir plötzlich laute Schreie und Hilferufe hörten", berichteten die drei Remscheider Dennis Wiesemann (24), Tom Dickel (23) und Dustin Meyer (20). Sie liefen zu der Stelle, von der die Rufe kamen und sahen einen Mann und eine Frau im Wasser treiben und um Hilfe rufen. "Wir haben uns eines der Boote genommen und auch ein Brett als Paddel und sind hinausgerudert", berichteten Tom und Dennis. Der Freund war am Ufer geblieben. Die Polizei hat hinterher den Pächter informiert, dass das "Rettungsboot" nicht mutwillig beschädigt worden ist. Der Notruf eines Passanten ist bei der Feuerwehrleitstelle in Gummersbach aufgelaufen. Noch bevor die Feuerwehr eintraf, sind die beiden jungen Männer auf das Wasser gepaddelt. Vermutlich in der Mitte der Talsperre erreichten sie den 59-Jährigen und seine Tochter. Beide hielten sich am auf dem Wasser treibenden Modellboot fest. "Wir haben das Modell in unser Boot gezogen, die beiden haben sich am Boot festgehalten, dann sind wir an Land gepaddelt", sagten Tom und Dennis. Vermutet wird, dass der Modellbootfahrer im Wasser einen Krampf erlitten hat und dabei war, seine Kraft zu verlieren. Die Tochter hätte ihm wohl alleine nicht helfen können. "Wir konnten die beiden nicht ins Boot ziehen, aber sie konnten sich am Boot festklammern bis wir am Ufer waren. Geholfen hat, dass die Talsperre voll gestaut ist und das Wasser bis an die Freizeitanlage steht", berichteten die mutigen jungen Männer.

Nach der Rettungsaktion meinte Tom, dass der Körper von der Aktion voller Adrenalin sei. "Es ist aber ein schönes Gefühl, jemandem geholfen zu haben", ergänzte Dennis, der von weichen Knien am Land berichtete. Obwohl sich der Unfall auf Remscheider Seite der Talsperre abspielte, lief der Notruf in Gummersbach auf. "Das passiert häufiger", sagte Rades Feuerwehrchef Wilfried Fischer. Aus dem Remscheider Bereich an der Wupper-Talsperre würden Notrufe in Oberberg auflaufen, andere aus verschiedenen Stellen in Rade in Remscheid. "Das hängt manchmal nur von wenigen Metern am Standort der Alarmierung ab.

Die Grenze zwischen Rade und Remscheid verläuft über die Brücke und durch die Talsperre. Wichtig ist, dass nichts weiter passiert ist. Es kommt immer auf genaue Ortsinformationen an", sagte Fischer.

Quelle: RP
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