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Ratingen
Ein Musikfestival für alle Generationen

Ratingen. Die neunte Folkerdey-Auflage am Eisenzeitlichen Gehöft sorgte trotz kühler Temperaturen für heiße Stimmung. Von Karl Ritter

Eigentlich war Johannes Maas in den vergangenen Tagen nur eine Sache wichtig gewesen: "Bloß kein Regen!" Warme Temperaturen wären dem Folkerdey-Mitorganisator für die neunte Auflage des schmucken Festivals am Eisenzeitlichen Gehöft in Folkerdey sicherlich auch nicht unlieb gewesen, aber davon hatte er nichts gesagt - und so ließ das Wetter die Fans des gepflegten Folks zwischenzeitlich ein bisschen erzittern. Doch der Stimmung tat das zu keinem Zeitpunkt einen Abbruch. Bis in den späten Abend hinein sorgten die Bands auf der Bühne für die richtigen Rhythmen, um die kühlen Temperaturen recht schnell vergessen zu lassen.

Das Festival - entstanden aus einer spontanen Idee der beiden Ratinger Musiker Alexander Otto und Thomas Gurke - hat sich seit seiner Entstehung zu so etwas wie einem Geheimtipp gemausert. Hier gibt es gute Musik von engagierten, authentischen Künstlern, die außerhalb der sehr aktiven Folkszene vielleicht kaum jemand kennt, die aber trotzdem gute Musik machen. Die Tatsache, dass die Veranstaltung größtenteils von Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt wird, die von Mitarbeitern aus den beiden Jugendzentren Lux und Manege unterstützt werden, gibt dem Ganzen einen besonderen Charme, der auch in diesem Jahr wieder deutlich zu spüren war. Hier ist keine hochbezahlte Veranstaltungsagentur am Werk, sondern eine Gruppe von Freiwilligen, die fast drei Tage rund um die Uhr schuften, um eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen - und das in einem absolut professionellen Rahmen.

Dieses Engagement hat sich herumgesprochen. Und deshalb war - Wetter hin und her - auch Folkerdey 2015 wieder ein Erfolgsrezept. Selbst der lange Weg vom Parkplatz oder von der Straßenbahn zum Eisenzeitlichen Gehöft, das in Sichtweite der Justizvollzugsanstalt liegt, hinderte die Besucher nicht daran, ein paar Stunden Musik, die in die Beine ging und gute Laune machte, zu genießen. Und das Tolle daran: Hier ließ sich nicht nur musikalisches Nachwuchsvolk mit auf die Folk-Reise nehmen, auch das eine oder andere ältere Semester hatte richtig Spaß. Ein Phänomen, das Johannes Maas schon in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt hatte: "Hierhin kommen Menschen, die Folk mögen. Da spielt die Altersgrenze keine Rolle." Musikalisch gesehen hatte Folkerdey in diesem Jahr eine besonders breite Palette zu bieten - und dazu gehörte traditionell auch das kleine Konzert nach dem Konzert. In der heimeligen Atmosphäre des Eisenzeitlichen Gehöfts wird dann ganz einfach ohne Strom weiter Musik gemacht und improvisiert. Allerdings schienen Maas' Wünsche diesen Teil der Veranstaltung nicht eingeschlossen zu haben. Denn nahezu pünktlich zum offiziellen Ende setzte der Regen ein.

Quelle: RP
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