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Ratingen
Generalprobe für den Weißen Sonntag

Ratingen: Generalprobe für den Weißen Sonntag
In St. Suitbertus wurde am Donnerstagabend das Procedere der Kommunion schon einmal mit den Kindern durchgespielt. FOTO: dietrich janicki
Ratingen. Seit September bereiten sich die Kinder, die in der Regel die dritten Grundschulklassen besuchen, auf das in der Regel zweite Sakrament vor, das in der römisch-katholischen Kirche gespendet wird. Von Gabriele Hannen

Im Wort Erstkommunion steckt das lateinische Wort "communio", was "Gemeinschaft" bedeutet und weiter: "Beim letzten Abendmahl nahm Jesus das Brot, teilte es und sagte: Das ist mein Leib. Nehmt und esst alle davon!" Ebenso nahm er den Wein und sagte: Tut dies zu meinem Gedächtnis."

Soweit die christlichen Aussagen, die zum Tag der Erstkommunion gehören, die für 128 Jungen und Mädchen in Hombergs St. Jacobus der Ältere und in der Klosterkirche St. Suitbertus an diesem und den beiden anderen Ratinger Kirchen in der nächsten Woche begangen wird.

Seit September bereiten sich die Kinder, die in der Regel die dritten Grundschulklassen in Ratingen besuchen, auf das in der Regel zweite Sakrament vor, das in der römisch-katholischen Kirche gespendet wird. Eine große Zahl von Männern und Frauen, die sich für ihre Tätigkeit als Katechumenen haben ausbilden lassen, sind jetzt, genau wie ihre Schützlinge, kurz vor dem großen Ereignis, haben - in St. Suitbertus - schon die Kirche geschmückt, tun das in Homberg heute noch. Doch sie blicken auch ein wenig zurück.

Links: In der "Albe", einem knöchellangen Gewand aus weißem oder naturfarbenem Leinen, geht Finn Woite in St. Suitbertus zur Kommunion. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)

Es ist meist müßig, an die seligen Zeiten früherer Tage zu erinnern, an brave Kinder, festen Glauben, intakte, christlich geprägte Familien und so weiter. Alles das gibt es auch heute. Und nicht mal selten. Doch die Kommunionvorbereitung eröffnet hin und wieder Aspekte, die ganz anders sind und sicher nicht jedem geläufig sein dürften.

Da wird ein zukünftiges Kommunionkind von seinen Eltern angemeldet, die ihm "mit großer Mühe diese Sache haben ausreden wollen". Offenbar ohne Erfolg. Da werden Kinder und Paten noch getauft, weil eine von den Eltern als besonders sinnvolle konfessionelle Schule bei der nahenden Anmeldung schon auf verabreichte Sakramente Wert legen wird. Kinder machen sich mit neun Lebensjahren vielleicht keinen Stress mit derlei taktischen Winkelzügen. Vielleicht freuen sie sich einfach auf ein feines Fest, auf Geschenke und den erwarteten, aber noch unbekannten Zauber des Augenblicks einer so bedeutsamen christlichen Feier.

Auf jeden Fall ist die Vorbereitung auf die Erstkommunion nicht immer einfach, weil etliche Kinder aus Familien kommen, die der Kirche wenn schon nicht fern, dann doch nicht besonders nahe stehen. Denen die Methaphern, die Symbole und der Glaube fehlen, die nie beten und nicht in die Kirche gehen ("Ich kann meinen Gott auch im Wald finden"). In solchen Fällen sind die Kommunionkinder nach der Vorbereitung der vergangenen Monate die am besten ausgebildeten Christen am familiären Mittagstisch. Doch im Großen und Ganzen sind die Ratinger Katechumenen zufrieden mit Vorbereitungszeit, Interesse und Mitarbeit. Für St. Jacobus hat Gemeindereferent Thomas Golbach mit Michaela und Andreas Oelmann und Corinna Dewald und weiteren Helfern die Treffen, Aktionen, Wanderungen und Gottesdienste für die elf Mädchen und fünf Jungen geplant. In St. Suitbertus organisierten Ute Bohn und Anne-Marie Wlasak-Knüpper mit weiteren Unterstützern federführend die Vorbereitung. So erlebte Ute Bohn den herzlichen Dank eines Jungen, der wie alle anderen elf Jungen und elf Mädchen dort das Tau-Kreuz von den Minoriten als Geschenk bekommt - das Kreuz, dessen Zeichen Bestandteil von zwei Alphabeten ist: Als TAU kommt es im griechischen Alphabet vor und als TAW ist es der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets. Da machte es auch nichts, dass die Kommunionkinder in St. Suitbertus an ihrem Weißen Sonntag in Alben, weißen Gewändern, an den Altar treten. In den anderen Gemeinden der Pfarre St. Peter und Paul begehen die Kinder in privater Kleidung das Fest. Alle Kinder haben ihre Kerzen inzwischen selber gestaltet.

Es gibt eine Vielzahl kindlicher Geschenkwünsche, die auch von anderen Festen wie Geburtstag oder Weihnachten bekannt sind. Es gibt aber auch reichlich sinnvolles Christ-Katholisches, was der Handel anbietet: Bibeln, personalisierte Gebetbücher, Kreuze Bilder, Rosenkränze. Wie man die betet, kann man hilfsweise unter www.katholisch.de/de/katholisch/glaube/4_unsere_gebete/5_rosenkranzgebet.php nachlesen.

Die münsterische Kirchengemeinde Heilig Kreuz macht zum Weißen Sonntag einen rigorosen Schnitt: Dort werden die Kommunionkinder in diesem Jahr keine Engelchen, Fähnchen und Blumenschmuck erleben. Pastor Thomas Frings betont: "Kommunion ist kein katholischer Voodoo-Zauber, bei dem man ein Mal Zauberbrot isst und plötzlich alles anders ist." Die Kommunion sei ein Fest der Erinnerung, das auch auf den regelmäßigen Gottesdienstbesuch vorbereite.

In Ratingen läuft das nicht so. Gottlob für die Begeisterten.

Quelle: RP
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