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An(ge)dacht
Ich habe da einen Traum

Ratingen. Am Sonntag ist der Gedenktag des heiligen Franziskus von Assisi, des Freundes der Tiere. Am Sonntag ist auch Welttierschutztag. Für mich ist das kein Datum wie jedes andere. Und nur wegen der Herbstferien haben wir unseren Gottesdienst mit Tieren in der Paul-Gerhardt-Kirche nicht auf diesen Tag, sondern auf den 25. Oktober gelegt. Dann holen wir nach, was am 4. Oktober bereits Thema ist.

Es ist mir auch ganz persönlich wichtig. Denn ich habe einen Traum: Ich wünsche mir, dass wir Menschen endlich wirklich danach fragen, was mit unseren schwächsten und oft genug gequälten Mitgeschöpfen geschieht. Ich wünsche mir, dass wir uns dafür interessieren, was hinter den Türen von Mastbetrieben und Schlachthöfen vor sich geht. Ich träume davon, dass wir uns der Wahrheit stellen, die der Wissenschaft längst bewusst ist: Dass Tiere fühlende und intelligente Lebewesen sind. Ich möchte, dass wir Menschen uns fragen, wie viel Leid wirklich sein muss. Denn ich weiß, dass Gott sein 5. Gebot - Du sollst nicht töten - sehr ernst gemeint hat. Und ich weiß auch: Moderne Menschen in einem modernen Land können viel Gutes tun, wenn sie nur wollen.

Meine Gedanken zum Welttierschutztag haben daher durchaus auch ihre frohe Seite. Denn ich bin bei weitem nicht der Einzige, der sich Gedanken darüber macht, wie das große Schlachten verringert werden kann. In diesem Jahr ist es einigen Firmen gelungen, vegetarische Produkte hervorzubringen, die sehr wohl tierische Produkte ersetzen können und keine Wünsche offen lassen. Es ist also kein großes Opfer mehr, weniger Fleisch zu essen. Und vielleicht können wir sogar wieder mehr Geld in Qualität investieren, auch in die Lebensqualität der Schlachttiere.

Es ist möglich, eingefahrene Gewohnheiten, eingefahrene Verhaltensweisen zu verändern. Das macht mir Mut, zu träumen. Und ich freue mich darauf, wenn am 25. Oktober wieder Mensch und Tier unter Gottes Wort versammelt sind. Denn dann wird etwas sichtbar von der großen Solidarität aller Lebewesen. Weil wir alle auf dieser Welt nur ein Leben haben. Und weil dieses Leben so wertvoll ist.

STEPHAN WEIMANN EVANG. KIRCHENGEMEINDE

Quelle: RP
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