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Ratingen
Ina Bisani: Bildung ist Herzenssache

Ratingen. "Ich bin neugierig", sagt Ina Bisani über sich. Und offensichtlich hat die 54-Jährige dabei keine Furcht, Neuland zu erkunden. Bekannt ist sie aus dem Vorstand der Dumeklemmer-Stiftung. Und sie ist Initiatorin des Vereins Mentoring-Ratingen. Ehrenamtliche Arbeit ist ihr besonders wichtig. Von Valeska von Dolega

"Wie die Jungfrau zum Kinde" ist sie an beide Aufgaben gekommen. Und konsequent am Ball geblieben.

Im Brotberuf Projektmanagerin, hat sie über ihren Arbeitgeber angefangen, sich für das sogenannte Mentoring zu begeistern. Getreu dem Kennedy-Motto "Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung" engagiert sie sich in dem Verein, um Kinder und Jugendliche in ihrer Lesekompetenz individuell zu fördern. "Denn es gibt kein Lernen ohne Lesen. Und ohne lesen zu können, gibt es keine soziale Teilhabe", erklärt Ina Bisani, selbst Mutter dreier inzwischen erwachsener Söhne. Um also frühe 1:1-Förderung realisieren zu können, wurde die Stadt mit ins Boot geholt und die "so enorm wichtige Qualifizierung der Mentoren" realisiert. Was als kleine Idee begann, lief groß auf. Mentoring-Ratingen ist Gründungsmitglied des Bundesverbandes, drumherum wurde auch das Kompetenzzentrum NRW aus der Taufe gehoben. "Soziale Teilhabe ist ein Thema, mit dem ich immer konfrontiert bin", und irgendwie und daraus folgerichtig entwickelte sich auch aus der Initiative "Freiwilligen Dienst" 2011 die Dumeklemmer-Stiftung. "Eine Bürgerstiftung", wie die umtriebige Frau betont, die sich nachhaltig für die Belange der Ratinger einsetzt. Die beiden öffentlichen Bücherschränke namens "Bokx" in der Innenstadt sowie am Berliner Platz im Quartier West kommen daher, ebenso werden Schulprojekte wie das Zirkusfest der Astrid-Lindgren-Schule gesponsort. "Kapital einzutreiben, ist im Moment schwer", erklärt sie den Stand der Dinge. "Deshalb legen wir den Fokus stärker auf Vernetzung." Denn Vernetzung bedeute auch, "bei anderen anrufen zu können, und zu sagen: 'Ich brauche deine Hilfe.'"

"Als Vorsitzende von Mentoring-Ratingen und der Dumeklemmer-Stiftung engagiert sich Ina Bisani seit vielen Jahren erfolgreich für Bildung und Teilhabe in unserer Stadt. Themen, die für uns ganz wichtig sind und die ihre Arbeit auch als Projektmanagerin in ihrem Beruf prägen", ist Ratsvertreter Ewald Vielhaus voll des Lobes. Und auch Erhard Raßloff, der zusammen mit Ina Bisani vor gut zehn Jahren die erste "Woche des Ehrenamts" organisiert hat und sie aus vielen Begegnungen kennt, sagt: "Sie hat viel geschafft und aufgebaut, das ist sehr positiv zu bewerten Zwar ist sie nicht immer einfach, weil sie ihre eigene Art hat. Aber sie ist immer engagiert." wobei ihr Engagement für die gute Sache nie missionarisch ist. Werbung macht sie im Freundes- und Bekanntenkreis insofern, als dass "alle gerne mitmachen dürfen. Aber ich zwinge keinen".

"Das ist doch immer eine Frage der Ressourcen" beschreibt sie, warum ihr Akku nie leer zu sein scheint. "Mir machen meine Aufgaben einfach Spaß. Und alles, was man gerne macht, funktioniert." Geht mal gar nichts, arbeitet sie sich auf ihrem Crosstrainer ab.

"Nach einer Stunde bin ich wie ausgewechselt." Außerdem backt sie gerne, "meine Omi stammt aus einer Bäckerfamilie, das habe ich in den Genen". Als "total einfach und genial lecker" beschreibt sie den Apfel-Crumble: Äpfel stückeln, Mandeln und Zimt zusammen mit Streuseln auf den Tortenboden und ab in den Ofen. Kino, Theater und Bücher, all diese Dinge interessieren sie. Zuletzt las sie das von Stiftungsmitglied Tim Berg verfasste Buch "Baumgrenze", bevorzugt aber Biographien. Und liebt, obwohl in Düseldorf geboren, Ratingen. "Die Stadt hat eine gute Mischung aus allem mit interessanten Leuten und einer optimalen Anbindung", lobt sie ultimativ.

Der samstägliche Gang auf den Markt entspannt sie, Waldspaziergänge ebenso. "Ich fühl mich nicht gestresst", im Gegenteil. Neuerdings organisiert sie den "Bürgerdialog am Mittwoch" der CDU.

Quelle: RP
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