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An(ge)dacht
Jubiläum war ein voller Erfolg

Ratingen. 500 Jahre Reformation: Zehn Jahre lang hat die evangelische Kirche sich deutschlandweit auf dieses Ereignis vorbereitet - mit dem Höhepunkt der Feierlichkeiten in diesem Jahr. Für die Kirchengemeinde Ratingen können wir sagen: Das Jubiläumsjahr war ein großer Erfolg. Höhepunkt war sicherlich der große Gottesdienst auf dem Marktplatz am 10. September. Die evangelische und die katholische Gemeinde haben gemeinsam gefeiert. Bei schönstem Spätsommerwetter sind 1000 Menschen zusammengekommen. Sie haben mit Unterstützung des Rotary-Clubs, der die Kollekte verdoppelt hat, fast 7000 Euro für die Sonntagsschule für Flüchtlingskinder in Ratingen West gesammelt, ein Projekt der Diakonie.

Die Nachrichten, die man in manchen Zeitungen lesen konnte, das Jubiläum sei ein Flop gewesen, lässt sich darum hier vor Ort in Ratingen in keiner Weise bestätigen, ganz im Gegenteil. Es gab intensive Projekte, zum Beispiel das Theaterprojekt der Friedenskirche und die aktuelle Ausstellung "Kirchenschätze" im Stadtmuseum.

Sehr gut war der Besuch und die Stimmung beim Stadtkirchenfest oder beim ökumenischen Gottesdienst der evangelischen Kirchenkreise und des katholischen Dekanats im Dom zu Neviges. Auch das Reformationsmahl in der Stadtkirche nächste Woche am 31. Oktober ist wieder "ausgebucht". Die kritische Berichterstattung über das Jubiläum bezieht sich meist auf Projekte in Ostdeutschland.

In Wittenberg und andernorts hat man in der Tat mit sehr viel mehr Besuchern kalkuliert und unterschätzt, dass dort meist nur noch weniger als zehn Prozent der Bevölkerung der evangelischen oder katholischen Kirche angehören.

Mit dem Reformationsjubiläum hat es die evangelische Kirche in Deutschland seit langem erstmals wieder geschafft, ein geistliches Thema deutschlandweit und vor Ort, in überregionalen Veranstaltungen und lokalen Gottesdiensten in den Mittelpunkt zu stellen. Jeder konnte sich aussuchen: Fahre ich zum großen Kirchentag nach Berlin oder mache ich hier vor Ort mit? Vor allem muss man sagen: Das Reformationsjubiläum hat der Ökumene einen Schub gegeben. Wir haben Gemeinsamkeiten gestärkt, sind neue Wege gegangen und haben gelernt, Unterschiede besser auszuhalten. Vor allem auch deshalb war das Jubiläum ein großer Erfolg.

GERT ULRICH BRINKMANN, PFARRER EVANGELISCHE STADTKIRCHE

Quelle: RP
 
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