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Kreis Mettmann
Neue Wege für den Elektroschrott

Kreis Mettmann: Neue Wege für den Elektroschrott
Die "comp:ex Schmiede" der Neander-Diakonie in Ratingen nimmt alte Elektrogeräte an, ist aber keine öffentliche Abgabestelle. Was noch repariert werden kann, wird verkauft. FOTO: Achim Blazy
Kreis Mettmann. Handel muss alte Geräte zurücknehmen. In Ratingen kann man ihn bei der Stadt und bei "comp:ex" abgeben.

Kaputter Fön, defekter Toaster, aussortierter Computer - vielfach gammeln ausgemusterte Geräte im Keller vor sich hin oder landen unnütz in der Mülltonne. Seit Mitte Juli müssen auch Einzel- oder Online-Händler, die über eine Verkaufs- oder Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern verfügen, elektrische und elektronische Oldies zurücknehmen. In Ratingen kann man Elektroschrott oder noch funktionierende Altgeräte im Zentralmateriallager (ZML) bei der Stadt und beim Diakonie-Projekt "comp:ex Schmiede" abgeben.

"Durch die neue Rücknahmepflicht haben nun Verbraucher mehr Möglichkeiten, ihre Altgeräte abzugeben, damit verwertbare Teile daraus recycelt werden und der restliche Schrott richtig entsorgt werden kann", erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Kleine Elektro-Altgeräte, deren Gehäuse nicht länger als 25 Zentimeter ist, müssen Händler kostenlos und ohne Kassenbon zurücknehmen. Eine Rücknahmepflicht besteht auch dann, wenn man nur ein altes Elektrogerät zurückgeben möchte, ohne ein neues zu kaufen. Für die Rückgabe von kaputten schadstoffhaltigen Energiesparlampen und LEDs stehen bei stationären Händlern schon länger separate Rücknahmeboxen bereit.

Bei größeren Geräten gilt Tauschprinzip: Größere Elektrogeräte vom Flachbildschirm über Mikrowelle bis hin zur Waschmaschine müssen vom Fachhändler, Kaufhaus oder Baumarkt ebenfalls zurückgenommen werden, wenn im Gegenzug ein gleichartiges Gerät gekauft wird. Dieser Tausch-Service ist für Kunden gratis, auch wenn das neue Gerät vom Händler nach Hause geliefert wird und er das alte Schätzchen mitnehmen soll. Kunden, die den Bring- und Abhol-Service nutzen möchten, sollten darauf achten, dass der Austausch von Alt gegen Neu beim Abschluss des Kaufvertrages fest vereinbart ist. Auch Internet-Händler müssen Altwaren - vom kleinen Handy bis zur großen Waschmaschine - zurücknehmen, wenn sie Lagerkapazitäten von mehr als 400 Quadratmetern haben. Die kommunalen Sammelstellen bleiben weiterhin eine gute Adresse. So hat die Stadt Ratingen für Privathaushalte zwei Entsorgungswege eingerichtet, die man ohne zusätzliche Gebühren nutzen kann. Im Zentralmateriallager der Stadt Ratingen (ZML), Robert-Zapp-Straße 3 in Tiefenbroich, kann man kleinere Geräte abgeben, größere Geräte kann man als Speergut nach vorheriger schriftlicher Anmeldung abholen lassen. "Die zum Sperrgut angemeldeten Elektroaltgeräte bitte immer getrennt von den übrigen Sperrgutteilen zur Abholung bereit stellen", so die Abfallberatung der Stadt. Und: "Bitte stellen Sie Ihre Altgeräte erst am Abfuhrtag morgens ab 6 Uhr heraus. Über Nacht werden leider viele Elektroaltgeräte illegal entwendet oder ausgeschlachtet." Dadurch entgeht der Stadt - und damit dem Steuerzahler - viel Geld. Vorsicht bei Nachtspeicheröfen: Enthalten alte Heizkörper Asbest, müssen die Öfen fachmännisch abgebaut und verpackt werden. Die öffentlichen Sammelstellen nehmen die Heizungen mit den giftigen Fasern kostenlos entgegen.

Wer ein soziales Projekt der Neander-Diakonie unterstützen will, sollte seine ausgedienten, möglichst aber funktionstüchtigen Geräte bei der "comp:ex Schmiede", Graf-Adolf-Straße 7-9, abgeben. Ausgeschlossen sind Bildröhrengeräte, Nachtspeichergeräte, Kühlgeräte und Ölradiatoren. Wichtig: Es handelt sich nicht um eine öffentliche Abgabestelle. Im Projekt sind langzeitarbeitslose Männer beschäftigt. Gebrauchsfähige Computer werden aus alten Bauteilen montiert. Die Geräte können von Menschen im Arbeitslosengeld II-Bezug oder mit ähnlich geringem Einkommen preiswert erworben werden. Die Teilnehmer werden betreut und unterstützt.

(JoPr)
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