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Kreis Mettmann
Schützen wehren sich gegen eine Betrugsanzeige

Kreis Mettmann. Mit einer anonymen Betrugsanzeige wird der Rheinische Schützenbund (RSB) mit Geschäftssitz in Leichlingen unter anderem beschuldigt, Konten von Untergliederungen über Jahre dem Finanzamt Leverkusen nicht angegeben zu haben. So sei ein Schaden von etwa 230.000 Euro entstanden, heißt es in der Anzeige. Von Gundhild Tillmanns

Diejenigen, die die Anzeige übrigens an die Oberfinanzdirektion NRW in Köln und die Deutsche Rentenversicherung nach eigenen Angaben weitergeleitet haben, seien selbst aktive Sportschützen. Sie verschwiegen ihre Namen, um nicht ihren Ausschluss aus dem Verband zu riskieren, schreiben sie.

Verbandspräsident Willi Palm lehnt sich aber beruhigt zurück: In der RSB-Geschäftsstelle habe auf die Anzeige hin eine dreitägige Betriebsprüfung durch das Finanzamt stattgefunden. "Geprüft wurden sowohl die Unterlagen des Rheinischen Schützenbundes als auch die der RSB-Marketing für die Jahre 2011 bis 2013. Die RSB-Marketing GmbH wurde zum 30. April 2014 aufgelöst. Zwischenzeitlich hat das Finanzamt die Ergebnisse der Prüfungen mitgeteilt. Sowohl die Betriebsprüfung für den Rheinischen Schützenbund als auch die der RSB-Marketing GmbH konnten ohne Feststellungen abgeschlossen werden", hat Palm den 70.000 Mitgliedern des RSB mitgeteilt. Gegen die Beschuldiger hält sich der 65-jährige RSB-Präsident, der nach eigenen Angaben nach seiner Wahl vor eineinhalb Jahren mit dem Großreinemachen im Verband begonnen hat, juristische Schritte vor. "Ich habe das Großreinemachen im RSB inzwischen durchgezogen und keine Baustelle mehr offen", sagte Palm unserer Redaktion. Tatsächlich habe es in der Vergangenheit "Unebenheiten" gegeben: "Ein Schatzmeister musste sein Amt aufgeben, weil er sich nicht unerheblich an den Finanzen des Verbandes bereichert hatte", erinnert Palm. Nicht umsonst sei er seit 2012 der vierte gewählte Präsident des RSB.

Aber er wisse, dass alle Bücher und Bilanzen nun sauber geführt würden: "Wir haben die Testate des Finanzamtes", betont Palm. Auch gebe es keinerlei Ermittlungs- oder gar Verfolgungsansätze seitens der Staatsanwaltschaft auf die anonyme Anzeige hin: "Wenn da etwas dran gewesen wäre, dann hätten wir schon längst von der Staatsanwaltschaft gehört", meint der RSB-Präsident. Außerdem gehe er davon aus, dass es unter den 70.000 Mitgliedern nur zwei bis drei "schwarze Schafe" gebe: "Es ist schade, dass versucht wird, die gute Arbeit der anderen kaputt zu machen", bedauert Palm. Für die Zukunft sowie seine zurückliegende Amtszeit versichert Palm: "Es gibt bei uns keine rheinischen Lösungen mehr."

Quelle: RP
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