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Abschied
"Feuerwehr-Opa" Lutz Peltzer und sein letzter Dienst-Tag

Ratingen. Es war fast ein ganz normaler Dienstag gestern auf der Hauptfeuerwache am Voisweg - aber eben nur fast. Denn es war der letzte Dienst von Lutz Peltzer als Einsatzführungsdienst B, der letzte 24 Stunden-Dienst eines Mannes, der sowohl bei den Berufsfeuerwehrleuten als auch den über 400 Ehrenamtlern in der Stadt großes Ansehen hat.

"Menschlichkeit" war eines der Worte, das man besonders oft hörte, wenn es um Peltzers Abschied ging. Denn die brachte ihm einen Ruf ein, genauso wie seine absolute Ruhe: "Der Einsatz, in dem Lutz unter Stress gerät, den gibt es nicht", hatte es Feuerwehrsprecher Jan Neumann einmal formuliert. Und gerade das kam bei den Mannschaften, die er führte, an. Ausgebildet wurde er bei der Berufsfeuerwehr Düsseldorf, übernahm später die Leitung der Feuerwehr in Heiligenhaus. Dass er dort vor knapp zehn Jahren mehr oder weniger überflüssig wurde, als die Wehr in eine komplette freiwillige Einheit umgewandelt wurde, darüber ist von dem 63-Jährigen kein böses Wort zu hören. Obwohl es ihn sehr getroffen haben dürfte. Ratingens Feuerwehrchef René Schubert nutzte damals die Gelegenheit, holte den Feuerwehrmann mit Leib und Seele, der mit Sondergenehmigung länger als vorgesehen im Dienst blieb, in die Dumeklemmerstadt: "Ich glaube, Dich bei uns einzustellen, war eine meiner besten Entscheidungen", sagte Schubert bei einer kurzen Rede in der vergangenen Woche. Da hatte es nämlich schon eine richtige Überraschung für den in Hösel wohnenden Peltzer, wo er übrigens dem dortigen Löschzug erhalten bleiben wird, gegeben. Anstatt ganz normal seinen Dienst zu versehen, hatte die Führungscrew der Feuerwehr um Schubert und seinen Vertreter Thomas Tremmel den liebevoll "Feuerwehr-Opa" genannten Peltzer in eine Trainingsanlage für Feuerwehrleute nach Düsseldorf entführt. Noch einmal ein richtiges Feuer ausmachen, unter Atemschutz vorgehen - für Peltzer kein Problem, ist er doch fit wie ein Turnschuh und hat bis zum Ende alle notwendigen Untersuchungen für die Atemschutztauglichkeit bestanden. Und so ging es am Ende in der Anlage für den überraschten Fast-Privatier an eine der schwersten Aufgaben des Feuerwehrgeschäftes, die Bekämpfung einer Rauchgasdurchzündung. Und so mancher der Kameraden, die dabei waren, meinte am Ende, ein kleines Tränchen der Rührung im Augenwinkel des Feuerwehrmannes gesehen zu haben. "Es wird etwas fehlen ohne Lutz", ist sich Jan Neumann sicher.

(wol)
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