| 00.00 Uhr

Ratingen
Ulrike Zilly bringt Heiteres ins Museum

Ratingen. Ihre Personen-Arrangements sind zum Teil surreal - und zeigen oftmals die Psychologie der Mitmenschen. Von Gabriele Hannen

Ulrike Zilly hat es mit der Natur. Die kommt reichlich vor auf den Bildern, die sie ab Freitag im Museum Ratingen zeigt. Und die umgibt auch die Häsin, die eine Station auf dem Ratinger Kunstweg ausmacht.

Unübersehbar ragt seit 14 Jahren die verzinkte Eisengestalt, fast zwei Meter hoch, auf der Angerwiese im Zusammenschluss von Blyth-Valley-/Vermillion- und Stadionring, vom Straßenlärm umtost die "Hasenkommunikation Nr. 7". Das ist nun Zilly für draußen - ab Freitag gibt es ganz viel Zilly für drinnen. Da sind 40 Gemälde, meist großformatig, die sechs ziemlich großen (ein mal zwei Meter zum Quadrat) und vier kleineren Holzschnitten gegenüber hängen. Wie schön, dass Museumsleiterin Alexandra König gemeinsam mit der Künstlerin die Arbeiten im lichtluftigen Obergeschoss großzügig hängen konnte. Ohnehin ist König sehr glücklich über diese Präsentation.

Ulrike Zilly, 1952 in Oberhausen geboren, in Düsseldorf zu Hause, in Ratingen auch mal auf dem Markt zu treffen, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Günter Grote, Ernst Althoff und als Meisterschülerin bei Rissa. Seit 1982 arbeitet sie zusammen mit der Gruppe "Die Langheimer" mit Robert Hartmann und Werner Reuber. Dieses Trio hat unter anderem ein "Prunkgeschirr" gefertigt, das in ganz eigener Form an kostbares höfisches Tafelgeschirr erinnert und demnächst bei einem Essen der Museums-Förderer zum Einsatz kommt.

Also - sie ist dem Haus verbunden. Und selbst dann, wenn man sich die Ausstellung ansieht, möchte man meinen, sie stehe hinter jedem Bild und bringe eine gewisse Schmunzel-Anmutung hinein. Zum Beispiel gleich beim Entrée: Da heißt die großformatige Arbeit (Öl, Kohle) "Familie Huber" und ist an Vater, Mutter, Kinder des Malers angelehnt. Aber eigentlich werden hier die Bestandteile eines Velasquez-Gemäldes zitiert: Bei ihm heißt es "Las Meninas - die Hoffräulein" und ist im Prado in Madrid zu sehen. Hier wie da gibt es etliche strenge Personen, gibt es lebendige Tiere.

Die Malerin hat sich diesmal auch wieder an Holzschnitte gemacht, die in ihrer ganz ordentlichen Größe auch körperlich eine Herausforderung bedeuten. Wenn man Ulrike Zilly trifft, mag man einmal ihre Hände betrachten - keine besonders großen, aber solche, die was bewegen, die zupacken können.

In vergangenen Jahren hat sie mit farbigen Porträts von sich reden gemacht. Dazu gehörte das Bild, das der frühere Düsseldorfer Oberbürgermeister Elbers in Auftrag gegeben hatte, dazu gehörten die lebendigen Bildnisse von Hochwohlgeborens und vom Bürgeradel - von Schützenkönigen und Karnevalsprinzen. In teils heiteren, teils surreal anmutenden Arrangements geht Ulrike Zilly nach eigenen Worten dem menschlichen Wesen auf den Grund und erforscht mit heftigem Pinselstrich und einfühlender Psychologie ihre Mitmenschen. Zu ihrer Welt gehören die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte und die philosophische Reflektion unseres Daseins. Dabei verhält sich ihre Kunst zur materiellen Welt geradezu gleichnishaft. Antworten auf die Fragen des Lebens findet sie nicht zuletzt in der Beobachtung der Tiere, aus der eine eigene Fabelwelt entsteht.

Die Ausstellung wird am Freitag, 20. Mai um 19 Uhr eröffnet und dauert bis zum 28. August. Sie hat den Titel "Zillys Welt" und dann noch den kleinen Nachsatz "Wenn ein Werk so schön werde..."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ratingen: Ulrike Zilly bringt Heiteres ins Museum


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.