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An(ge)dacht
Was Menschen jubeln lässt

Ratingen. Es ist ein Fußballspiel und die Fans jubeln laut, um ihre Mannschaft anzufeuern. Es ist ein Rockkonzert und die Fans jubeln dem Star zu, wenn er die Bühne betritt. Es kommt königlicher Besuch und die Menschen stehen an den Straßen und jubeln dem königlichen Gast zu. Was lässt Menschen einem anderen Menschen zujubeln? Da ist zunächst einmal die Begeisterung. Menschen sind begeistert von einem anderen Menschen, weil dieser Mensch für etwas steht, nach dem sie selbst sich sehnen. Manchmal ist dies sogar ein existenzieller Lebenswunsch, wie der nach Erfolg, Freiheit oder Liebe. Aus der Begeisterung entsteht Erwartung. Ich kann laut jubeln, denn - zumindest für den Moment - wird durch den Menschen vor mir mein Lebenswunsch wahr. Durch ihn kann sich mein Leben ändern. Und aus der Erwartung entsteht das Gefühl der Erlösung. Ich fühle mich frei, erfolgreich und geliebt. Meine Welt mit ihren Problemen hat sich verändert.

Jesus ist so ein Mensch, dem die Menschen zujubeln. Die Menschen seiner Zeit sind begeistert von ihm. Da ist einer, der Wunder vollbringt und Menschen heilt. Da ist einer, der sich den Menschen zuwendet und ihnen Liebe schenkt. Da ist einer, von dem es heißt er stellt sich gegen die Regierung, weil er ein großer König ist. Und sie erwarten: Dieser König soll sie endgültig befreien. Befreien von der Unterdrückung der römischen Besatzungsmacht. Das ist die konkrete Erwartung der Menschen damals. Sie wollen frei sein, ihre Religion ausüben dürfen, finanziell für ihre Familie sorgen können. Darum soll der "neue" König mit Soldaten und Waffengewalt die Römer aus dem Land vertreiben.

Und so gehen sie auf die Straße, als Jesus begleitet von seinen Jüngern und einer großen Menge Bewunderer in Jerusalem einzieht. Sie schmücken den Weg Jesu mit ihren Kleidern und Zweigen der Bäume und jubeln laut "Hosianna, Hosianna - gelobt sei der große König, der da kommt im Namen Gottes". Die Menschen sehnen sich nach Erlösung und Jesus scheint sie zu bringen.

Wir Christen feiern an diese Wochenende Palmsonntag. In Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem laufen wir begeistert mit bunten Palmstöcken durch die Straßen unseres Stadtteils und jubeln ebenfalls "Hosianna, Hosianna". Denn auch wir haben Erwartungen an Jesus: Auch wir streben nach dem großen Glück und hoffen, dass er es uns bringt. Was lässt Sie jubeln? Was wünschen Sie sich von Ihm? Jesus hört unsere tiefsten Wünsche und Bitten und erfüllt sie auf seine ganz eigene Art - Hosianna!

KATINKA GILLER, GEMEINDEREFERENTIN HEILIG GEIST

Quelle: RP
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