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Remscheid
Ausbildungsmarkt - Remscheid bietet die besten Chancen

Remscheid. Für Unternehmen wird es in Zukunft immer schwieriger werden, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Darüber sollten auch einige positive Tendenzen auf dem aktuellen Ausbildungsmarkt nicht hinwegtäuschen. Von Christian Peiseler

"Wenn die Firmen nicht stärker selber ausbilden, können sie die in Zukunft ausscheidenden Fachkräfte nicht ersetzen", sagte Martin Klebe, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Der demografische Wandel, die sinkende Zahl der Schulabgänger, die steigende Neigung von leistungsstarken Schülern zum Studieren und die schrumpfende Anzahl der Ausbildungsplatzbewerber - vor diesen Herausforderungen steht die betriebliche Berufsausbildung der Zukunft. "Wir brauchen Fachkräfte, die die Veränderung durch die Digitalisierung verstehen und gestalten", sagt Klebe. Um eine Fachkraft adäquat zu ersetzen, brauche es etwa fünf Jahre. "Wir sehen die Entwicklung mit Sorge", sagte Klebe.

Bei der Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt gibt es in diesem Jahr noch erfreuliche Entwicklungen. Die Zahl der gemeldeten Stellen in Remscheid, Solingen und Wuppertal hat zugenommen. Unternehmen aus dem Städtedreieck meldeten in diesem Ausbildungsjahr, das von Oktober 2016 bis Ende September 2017 verläuft, insgesamt 3.192 Ausbildungsstellen bei der Agentur. Das waren 122 Ausbildungsstellen (plus vier Prozent) mehr als im Ausbildungsjahr zuvor. Dem standen 5.000 gemeldete Bewerber gegenüber, das sind 66 mehr als im Vorjahr. Die besten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, haben junge Menschen in Remscheid. Von den 825 Bewerben waren zu Beginn des Ausbildungsjahres nur 29 ohne einen Ausbildungsvertrag. Das entspricht 3,5 Prozent.

In der Werkzeugstadt ist die Relation der Stellen zu Bewerbern im Bergischen Städtedreieck mit Abstand am günstigsten. Dort kommen auf 100 Bewerber rechnerisch rund 78 Ausbildungsstellen, im vorigen Jahr waren es rund 70 Stellen pro 100 Bewerber. Der Stadt kommt zugute, dass sie einen hohen Anteil an gewerblichen Betrieben besitzt, die traditionell viel ausbilden. Allerdings ist die Anzahl der Ausbildungsbetriebe rückläufig. Nur 23 Prozent der Firmen in der Werkzeugstadt bieten eine Ausbildungsstelle aus.

Bemerkenswert ist, dass die Zahl der nicht besetzten Ausbildungsstellen mit 76 Stellen deutlich höher liegt, als die Zahl der 29 unversorgten Bewerber. Dies zeige, dass die Chancen für Bewerber in Remscheid zunehmend gut werden, sagte Klebe.

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt ist im Oktober leicht gesunken. Aktuell sind nach Angaben der Agentur 4.790 Menschen arbeitslos gemeldet, 36 weniger als im September und auch 164 Personen oder 3,3 Prozent weniger als im Oktober vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt von 8,3 Prozent im September auf aktuell 8,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug noch 8,5 Prozent.

Quelle: RP
 
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