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Remscheid
Bilder, die neue Sichtweisen wecken

Remscheid: Bilder, die neue Sichtweisen wecken
Der Künstler Geerd Moritz zeigt seine Bilder in der Galerie Central von Klaus Küster. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Geerd Moritz stellt eine Auswahl seiner Arbeiten ab Sonntag in der Galerie Central von Klaus Küster aus. Von Bernd Geisler

"Kraft durch Sehen" nennt der Künstler Geerd Moritz seine Ausstellung, die ab Sonntag in der Galerie Central in Remscheid zu sehen ist. Es fällt schwer, an der Schaufensterfront des ehemaligen Schlecker-Ladens vorbeizugehen, ohne stehenbleiben zu müssen. Da hängen Kleiderbügel im Fenster, die unzweideutig mal welche waren, es aber jetzt nicht mehr sind. Moritz (geboren 1947) hat sie auseinander gesägt und neu wieder zusammengesetzt. Das ist in dieser Ausstellung typisch für alle sein Arbeiten, ob Fotos oder Gegenständliches: Sie führen den Betrachter zu neuen Sichtweisen.

Moritz zerlegt den Ursprung seines Rohlings - ob Stuhl, Holzkiste, Leiter oder Foto - in kleinere "Bausteine" und formt daraus etwas anderes. Er betrachtet sie aus allen möglichen Blickwinkeln und entdeckt dabei Neues. Das weckt die Kraft in ihm, weitere Dimensionen zu entdecken und herauszustellen. Dem Betrachter, der sich die Zeit nimmt, Moritz' Blickwinkel "nachzuschauen", ergeht es ähnlich: Gewohnte Grenzen verschwimmen und neue kommen hinzu.

Es entstehen Körper und Abbildungen, die es nicht gibt. Die Gegenstände gleiten hinüber aus der Realität in einen virtuellen Raum und die Fotos öffnen die Tore zu unerwarteten Begegnungen mit Ebenen, Flächen, Ecken und Kanten. Die Schwerkraft zählt nicht mehr, und wenn doch, dann stellt sie manches auf den Kopf. So bringt der Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf und jahrelange Kunst- und Techniklehrer eine senkrecht nach oben fotografierte, übergroße Hauswand zum "Umkippen" - er klappt sie nach vorne, sie wird zur Ebene. Es fällt dem Betrachter nicht schwer, sich vorzustellen, darauf herumzulaufen. Doch was wird er am Ende, gleichsam am Dach, erspähen? Zwei Fotos zeigen Akte. Sie sind auf Anhieb nicht als solche zu erkennen. Es sind Fotos von Fotos. "Ich verreiße die Motive absichtlich", sagt der Künstler. Er befreie gleichsam die Ursprünge, die sonst voyeuristischen Blicken ausgesetzt seien. Ähnlich ergeht es einer in Schwarz-Weiß gehaltenen Regenpfütze am Rande eines Gullys. Das Foto fasziniert, obwohl es auf den ersten Blick alles Mögliche darstellen könnte. Der zweite Blick liefert schließlich die ursprüngliche Form. Verblüffung steigt auf: So viel Schönheit in einer "dreckigen" Pfütze? Den gewohnten Blick "Man sieht, was man weiß" hebele Moritz auf, sagt Klaus Küster, der Besitzer der Galerie. Erst durch die Moritzsche "Verrätselung" werde sichtbar, was alles in unserer Umgebung stecke. Natürlich müsse der Besucher sich darauf einlassen. Doch dann ist ihm eines sicher: Spannung und nachfolgend Überraschung.

Ausstellungseröffnung am So. 4. September, 16.30 Uhr , Burger Straße 11. Zu sehen sind die Arbeiten bis So., 23. Oktober.

Quelle: RP
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