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Remscheid
Bürgerbahn statt Radweg?

Remscheid: Bürgerbahn statt Radweg?
Solche Relikte aus Zeiten, als die Bahn noch fuhr, stehen an der alten, überwucherten Trasse nach Wermelskirchen. Planer haben sie als künftigen Radweg im Visier, Bahnfreunde wollen die Strecke wiederbeleben. FOTO: RPO
Remscheid. Eine Gruppe Remscheider wünscht sich die Reaktivierung der alten Eisenbahnstrecke Remscheid – Wermelskirchen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigte ein Vertreter der Deutschen Regionaleisenbahn auf. Von Stefanie Bona

Ob die Eisenbahnstrecke Remscheid/Lennep/Wermelskirchen jemals wieder reaktiviert werden kann, bleibt fraglich. Wünschenswert wäre eine solche Maßnahme angesichts der regionalen "Problemknoten" wie der Trecknase oder des Schmalspur-Abzweiges an der B 51 in Bergisch Born aber auf jeden Fall, finden die Mitglieder des Forums Verkehr der Remscheider Agenda 21. Sie hatten den Geschäftsführer der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE), Gerhard Curth, eingeladen, der im Rathaus vor Bürgern, Ratsmitgliedern und Verwaltungsleuten über seine Arbeit sprach.

Vor allem in Ostdeutschland hat das Unternehmen erfolgreich manche Strecke vor dem Stillstand bewahrt. Sowohl für den Personen-, als auch für den Güterverkehr sei der Erhalt der Strecken segensreich. Damit sei auch in ländlichen Gebieten zum Erhalt der Infrastruktur beigetragen worden, betonte Curth. Derzeit unterhält die Gesellschaft ein 864 Kilometer langes Streckennetz, 2007 sollen 1000 Kilometer überschritten werden.

Initiative aus der Region

Anhand eines "Bürgerbahn-Modells" könnte auch der Abschnitt zwischen Lennep und Wermelskirchen wieder in Betrieb genommen werden, machte der Experte deutlich. Voraussetzung: "Die Initiative zum Streckenerhalt muss aus der Region heraus kommen. Außerdem ist eine Abkehr vom Staatsbahndenken zwingend erforderlich." Die Gemeinden, die die Bahn haben wollten, müssten für sie Verantwortung übernehmen. Es müsse eine zügige Vernetzung mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. "Ein Nebeneinander kann schnell das Ende einer Bürgerbahn bedeuten", sagte Curth. Dazu sei ehrenamtliches Engagement unabdingbar.

Auch könne er sich vorstellen, dass die Wiederinbetriebnahme der Strecke ein sinnvolles Beschäftigungsmodell für Rentner und Langzeitarbeitslose sein könne. Wenn die Aktivierung der Strecke tatsächlich ernsthaft erwogen werde, könne die DRE als Betreiber in Frage kommen und sich um Zuschüsse aus Töpfen der Europäischen Union bemühen. Die Stadt komme als Träger nicht in Frage. "Das Modell Bürgerbahn lässt sich nicht verallgemeinern, denn jede Region hat ihre Besonderheiten. Doch ohne das Zusammenwirken der verschiedenen Kräfte geht es nicht."

Quelle: RP
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