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Remscheid
Ein neuer roter Vorhang krönt Theaterjubiläum

Remscheid: Ein neuer roter Vorhang krönt Theaterjubiläum
David Schmidt, Reintraut Schmidt-Wien und Alfonso Crespo (Stadtsparkasse) freuen sich über den neuen Vorhang. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Seit 25 Jahren zeigt das Rotationstheater Kleinkunst in der Lenneper Altstadt. Die Bühne hat sich nach Rückschlägen immer wieder erholt. Von Christian Peiseler

Ein Theater ohne Vorhang ist kein richtiges Theater. Der rote Stoff zieht die magische Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum, zwischen Illusion und Wirklichkeit, zwischen Fantasie und Realität. 25 Jahre hat Reintraut Schmidt-Wien auf einen roten Vorhang gewartet. Die Sparkassenstiftung er füllte nun diesen Wunsch der privaten Bühne in der Lenneper Altstadt. Die zwei Teile sind acht Meter lang und drei Meter hoch. Er glitzert weich wie Samt und erfüllt die Anforderungen der Feuerwehr, nur schwerlich entzündbar zu sein. Eine hohe fünfstellige Summe hat die Sparkassenstiftung dafür gezahlt.

Finanziell ist das Rotationstheater nicht auf Rosen gebettet. Wie alle kulturellen Institutionen der Stadt. Jeder Zuschauer in dem gut hundert Personen fassenden Raum ist für die Bühne wichtig. Ohne die Sparkasse wäre eine solche Anschaffung gar nicht möglich. Seitdem die Ratsmehrheit von SPD, Grünen und FDP vor ein paar Jahren beschlossen hat, das System des Kultureuros als kontinuierliche Förderung aufzuheben und nur noch Unterstützung für einzelne Projekte in der freien Szene zu gewähren, muss das Theater ohne städtische Zuwendungen auskommen. Auch diesen Einschnitt hat es überstanden. "Wir haben eine Platzausnutzung von 60 Prozent pro Vorstellung", sagt David Schmidt, der die kaufmännische Seite übernommen hat. Sein Ziel ist es, auf 90 Prozent zu kommen. Irgendwann einmal. Solche Zuschauerquoten sind schwer zu erreichen. Das Programm des Rotationstheaters setzt in erster Linie auf Kabarett. Zwar waren viele Große der Zunft auf den Brettern des Kellertheaters, aber häufig vor ihrem Ruhm. 100 Vorstellungen im Jahr umfasst der Spielplan. Es könnten auch 200 sein, denn die Künstler rufen bei Schmidt-Wien an und fragen nach Auftrittsmöglichkeiten. Sie möchte weiterhin auch jungen Talenten eine Chance geben, auch wenn dadurch der Zuschauerschnitt schon mal deutlich gesenkt werden kann.

Häufig besitzt sie ein glückliches Händchen. Für März 2016 hat sie Chris Tall verpflichtet. Das war vor einem halben Jahr. Seit Chris Tall durch einen Auftritt bei Stefan Raab für Furore gesorgt hat, will ganz Deutschland nach Lennep kommen. Innerhalb von Minuten war die Aufführung ausverkauft.

Auf steigende Zuschauerzahlen hofft Schmidt durch das DOC. Nicht nur das Rotationscafé an der Kölner Straße, auch das Theater im Hinterhof soll von der großen Veränderung in Lennep profitieren. "Wir werden experimentieren und ein Kurzprogramm auflegen", sagt Schmidt. Den DOC-Besuchern soll ein Kabarettprogramm von 45 Minuten geboten werden. Der rote Vorhang kann nicht oft genug aufgehen.

Quelle: RP
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