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Wuppertal
Die SPD sucht einen neuen Chef

Wuppertal. Dietmar Bell tritt nicht mehr zur Wahl des Unterbezirksvorsitzenden an.

Für Dietmar Bell sind 13 Jahre genug. So lange war der Landtagsabgeordnete (55) Chef der Wuppertaler SPD. Er ging an Bord, als die Partei nach der sogenannten Rotweinaffäre in Schutt und Asche lag. Er geht von Bord nach fünf für die Sozialdemokraten gewonnenen Wahlen in der Stadt und nach dem großen Coup mit Andreas Mucke. Bell gehörte 2015 zu den treibenden Kräften hinter Muckes Wahltriumph gegen den damaligen Oberbürgermeister Peter Jung (CDU).

"Nun ist es Zeit für einen Generationswechsel", sagt Bell. Das sei einer der Gründe für seine Entscheidung. Der andere sei, dass er seine Partei nun 13 Jahre gedient habe, "mit Herzblut und Leidensfähigkeit", Letztere war dringend notwendig, als der ehemalige Gewerkschaftssekretär vom Unterbezirksparteitag erst im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt wurde. Bell hat auch das mit Fassung getragen.

Über Bells Nachfolge entscheidet am 23. April ein Parteitag. Eine Findungskommission ist mit der Suche nach einem Kandidaten betraut.

"Dietmar Bell hat mit anderen die SPD in eine Position gebracht, die mit der Ausgangsposition zu Beginn seiner Amtszeit nichts mehr zu tun hat. Dafür meinen Dank", sagt Fraktionschef Jürgen Reese. Bei der politischen Konkurrenz ist Dietmar Bell als SPD-Chef überwiegend beliebt. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Marc Schulz, attestiert Bell gute Arbeit. "Ich finde es gut, wenn jemand selbst entscheidet, wann er geht. Dazu kann ich Dietmar Bell nur gratulieren."

Wuppertals FDP-Vorsitzender Marcel Hafke stellt Bell ebenfalls ein gutes Zeugnis aus. "Er ist ein verlässlicher Kollege, ein anständiger Gesprächspartner", sagt Hafke. Auch CDU-Fraktionschef Michael Müller (63), würdigte die gute Zusammenarbeit mit Bell in den vergangenen Jahren. "Ich wünsche ihm für seine Wiederwahl in den Landtag, dass er einen guten Platz auf der Reserveliste bekommt", sagte Müller. Für die politische Landschaft der Stadt bleibt Bells Entschluss womöglich nicht ohne Folgen. Denn ein großes Ziel hat er verfehlt. Bell peilte fürs Rathaus eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen an. Die Gespräche scheiterten. "Für Oberbürgermeister Andreas Mucke wird es nun noch schwerer", mutmaßt Marc Schulz.

(ll)
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