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Remscheid
Gewag - 170 Wohnungen für Flüchtlinge

Remscheid: Gewag - 170 Wohnungen für Flüchtlinge
Platz auch für die Kleinen - am Rosenhügel hat die Gewag eine neue Kindertagesstätte gebaut. FOTO: Hertgen
Remscheid. Ghettobildung soll verhindert werden. Wohnungsbaugesellschaft stellt Jahresbericht vor. 2,2 Millionen Euro für Kita. Von Michael Bosse

Noch weiß niemand, wie sich die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge in den nächsten Monaten verändert: Bleibt sie so niedrig oder stiegt sie wieder so stark an wie im letzten Herbst. Für eine Wohnungsbaugesellschaft wie die Gewag ist diese Frage für die weiteren Planungen von Bedeutung, ist das Unternehmen doch in Absprache mit der Stadt bemüht, den Neuankömmlingen möglichst schnell Wohnungen anzubieten. "Die Flüchtlingswelle des letzten Jahres war sicherlich eine Herausforderung", sagte der Vorstand der Gewag Wohnungsaktiengesellschaft, Hans-Jürgen Behrendt, gestern am Rande der Hauptversammlung im Rathaus.

Zum Jahreswechsel 2015/16 waren 114 Wohnungen der 6326 Wohneinheiten der Gewag von Flüchtlingen bewohnt, derzeit sind es rund 170 Wohnungen. Das Unternehmen ist damit einer der führenden Vermieter an Flüchtlinge in der Stadt. Die von der Stadt angemieteten Wohnungen liegen in verschiedenen Quartieren - es gibt einzelne Wohnungen im Bestand oder auch Mehrfamilienwohnungen, die von den Flüchtlingen genutzt werden. Bislang seien die Erfahrungen mit den Mietern im Großen und Ganzen positiv, betonte Behrendt. Eine Ballung von Flüchtlingen an einem bestimmten Standort und die Bildung von Ghettos solle dabei verhindert werden.

Zu den Vorhaben des vergangenen Jahres gehörte für die Gewag unter anderem der Bau der Kindertagesstätte an der Rosenhügeler Straße 63-69. Das Gebäude wurde für 2,2 Millionen Euro errichtet. Ein weiteres großes Vorhaben war der Bau von Häuserensembles in der Emil-Nohl-Straße und dem Schneppendahler Weg. 84 Wohnungen aus den 1960er Jahren wurden mit rund vier Millionen Euro saniert, teilweise wurden Aufzüge eingebaut. Für dieses Jahr steht die Sanierung weiterer zehn Häuser mit 102 Wohnungen an. Kostenpunkt: 3,9 Millionen Euro.

Der Wohnungsbaugesellschaft kommen dabei die momentan historisch niedrigen Zinsen für Kredite zugute. Durch die niedrigen Zinsen könnten die Häuser deutlich billiger saniert werden als noch vor einigen Jahren, sagte Behrendt. Das habe für den Mieter den Vorteil, dass die umlagefähigen Kosten auf die Miete nicht so hoch ausfallen.

Allerdings hat der Trend auch einen Nachteil. Wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt ist es für Wohnungsbaugesellschaften derzeit nicht so attraktiv, sich in diesem Bereich zu engagieren. Die Preisbindung im sozialen Wohnungsbau wollen immer weniger Unternehmen eingehen. Bei der Gewag gibt es derzeit immerhin noch 1478 Sozialwohnungen - das ist etwa ein Viertel des gesamten Bestandes. Das ist eine Quote, die man in etwa halten wolle, erklärte Behrendt. Als kommunales Wohnungsbauunternehmen bekenne man sich zu der "Verantwortung", Sozialwohnungen bereit zu stellen, betonte er.

Quelle: RP
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