| 00.00 Uhr

Ihk-Neujahrsempfang
Minister Pinkwart macht den Bergischen Mut

Ihk-Neujahrsempfang: Minister Pinkwart macht den Bergischen Mut
Einmal im Jahr treffen sich die bergischen Unternehmer zum Empfang der Industrie- und Handelskammer in der Historischen Stadthalle in Wuppertal. Der Austausch untereinander auf den Gängen ist genauso wichtig wie die Neujahrsreden. FOTO: Meuter Peter
Remscheid. Über 1200 Gäste kamen in die Wuppertaler Stadthalle. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz schimpfte über DOC-Klagen der Nachbarn. Von Christian Peiseler

Über eine halbe Stunde haben die mehr als 1200 Gäste beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid auf den Gastredner des Abends warten müssen. Es hat sich gelohnt. Professor Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft im Düsseldorfer Kabinett, gehört nicht zu der Sorte Politiker, die mit Textbausteinen eine bereits hundert Mal gehaltene Rede herunterbeten, um anschließend in einer schwarzen Limousine gen Düsseldorf zu fahren.

Pinkwart wusste genau, in welcher Region er an diesem Abend gelandet war. In freier Rede griff er unter anderem Passagen aus dem Beitrag von IHK-Präsident Thomas Meyer auf, um sie aus seiner Sicht zu deuten. "Die Bergischen sollten ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen", sagte Pinkwart. Platz sechs bei den Patentanmeldungen von insgesamt 85 Regionen sei ein guter Grund, selbstbewusst zu sein. Die Bergischen seien die Erfinder der industriellen Revolution gewesen. Ihr Unternehmergeist sei auch in der Lage, die digitale Revolution zu gestalten. Zu den Vätern der industriellen Revolution müssten neue Gesichter hinzukommen, die Bayers und Vorwerks und Mannesmänner des 21. Jahrhunderts. Damit dies gelinge, wolle das Ministerium in der Bildungspolitik "die Köpfe wieder stark machen", die Bürokratie entfesseln und die Investitionen in den Ausbau von Glasfaserkabel bis in den letzten Winkel des Landes angehen. "Sie können mich beim Wort nehmen", sagte Pinkwart.

Für beste Stimmung sorgten Jea Assiamah und das Allstars Quartett. FOTO: Meuter Peter

"Das Wichtigste, was unsere Unternehmer und Politiker brauchen, ist Mut zur Zukunft", sagte Meyer. Neben den vielen positiven Entwicklungen, mahnte der IHK-Präsident die Landesregierung, die einschlägigen Stellschrauben des Finanzausgleichs nicht wieder zugunsten des ländlichen Raums und zulasten der Großstätte zu verändern. Ohne den Stärkungspakt Finanzen hätten Städte wie Remscheid, Solingen und Wuppertal den Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt niemals geschafft. Eine Änderung der Parameter hätte für die Haushalte der Kommunen heftige Effekte. Meyer appellierte noch einmal an die Städte Remscheid und Wuppertal, die Klagen gegen die jeweiligen Outlet-Center fallenzulassen.

Der Neujahrsempfang dient zur Kontaktpflege zwischen Wirtschaft und Politik. Auf den Gängen gibt es bei Wein und kleinen Häppchen das ein oder andere Gespräch, das neue Entwicklungen anstoßen kann. Zwischen den Nachbarstädten Remscheid und Wuppertal herrscht in Sachen DOC Funkstille. Meyers Appell, die Klagen einzustellen, ignoriert Wuppertal. Der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz formuliert es nach dem Abend deutlich: "Die Wuppertaler sind bei ihrem Projekt so unsicher, dass sie nichts mehr anderes tun können, als uns Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Die haben einfach Angst vor der Entscheidung des Marktes. Im Vergleich zu unseren Nachbarn sind wir mit dem DOC in Lennep einfach besser", sagte er.

Die drei bergischen Oberbürgermeister Tim Kurzbach (Solingen), Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) und Andreas Mucke (Wuppertal) neben IHK-Gechäftsführer Michael Wenge (l.). FOTO: Meuter Peter

Neben den Remscheider Landtagsabgeordneten Jens Nettekoven (CDU) und Sven Wolf (SPD) kam Baudezernent Peter Heinze zum Empfang, aber auch zahlreiche Mitarbeiter der Verwaltung wie Vertreter aus Handel und Industrie. Selbst die frühere Oberbürgermeisterin Beate Wilding war zugegen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ihk-Neujahrsempfang: Minister Pinkwart macht den Bergischen Mut


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.