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Remscheid
Ort für die letzten Stunden

Remscheid. Der Verein Christliches Hospiz Bergisches Land entscheidet sich für ein Grundstück der Stiftung Tannenhof. Von Christian Peiseler

Mit der Stiftung Tannenhof hat der Verein Christliches Hospiz Bergisches Land einen starken Partner an seiner Seite, um künftig sterbenskranken Bürgern einen würdigen Ort für ihre letzten Stunden anbieten zu können. So bewertet Andreas Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins, das Votum der Mitglieder, mit der Stiftung konkrete Pläne auszuhandeln. Nachdem Diakonie und Caritas als Partner abgewunken haben, ist Holthaus nun froh, dass der Tannenhof sich engagieren will. Aus Sicht des Hospizvereins gibt es viele Gründe für diese Partnerschaft. Zum einen sei die Lage des Grundstückes mit seinem Blick in den bergischen Mischwald von Lüttringhausen ideal. Zum anderen könne das Hospiz von der Infrastruktur, die der Tannenhof bietet, profitieren. Der Tannenhof betreibt eine eigene Krankenpflegeschule und verfügt über Fachpersonal, das auch Spitzenzeiten im Hospiz abdecken könnte. Außerdem stehen die eigene Küche und die Wäscherei zur Verfügung. Ein schönes Café ist schnell erreichbar. "Besser geht es nicht", sagte Holthaus. Es sei zwar für einige Vereinsmitglieder schmerzlich gewesen, dass das Hospiz Bergisches Land nicht in zentraler Lage in Bergisch Born entstehe, - das Hospiz nimmt sterbende Menschen aus den vier Städten Hückeswagen, Wermelskirchen, Radevormwald und Remscheid auf - aber mit der Lage in Lüttringhausen konnte Bergisch Born, wo Vereinsmitglieder auch Grundstücke besichtigt haben, nicht ernsthaft konkurrieren. Im August wollen der Verein und der Tannenhof den Mitgliedern erste Verhandlungsergebnisse vorstellen. Bis dahin soll geklärt sein, in welcher juristischen Form die Betreibergesellschaft geführt wird. Der Tannenhof verkauft seit 120 Jahren keines seiner Grundstücke. Der Bauherr des Hospiz' ist aber der Verein. Auch diese Situation muss geregelt werden. Die Verhandlungspartner müssen ebenfalls klären, wer für die Verluste des Hospiz' einsteht. Schon heute steht fest, dass immer fünf Prozent der Kosten nicht gedeckt sind.

Holthaus hofft, dass Anfang 2018 die ersten Gäste im Hospiz einziehen können. Der Verein will ortsansässige Architekten um Vorschläge bitten. Die Architekten haben die Aufgabe, ein Gebäude zu entwerfen, in dem die Menschen sich in ihren letzten Stunden wohlfühlen. Außerdem soll sich das Hospiz in den Gebäudekomplex des Tannenhofs, der ebenfalls Erweiterungen an dieser Stelle plant, gut einbinden.

Mit der Entscheidung für das Gelände hofft Holthaus auf neuen Schwung an Spendengeldern: "Nun können wir etwas Konkretes vorweisen." 1,2 Millionen hat der Verein bisher gesammelt. Auf 1,5 Millionen werden die Baukosten taxiert. Holthaus gibt sich zuversichtlich, die Summe zu erreichen. Bisher konnte der Verein jedes Jahr rund 300.000 Euro an Spenden sammeln.

Quelle: RP
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